Wenn der US-Außenminister vor der KI-Jobwelle warnt
Rubio warnt vor KI-Jobwelle bis ins Büro; OpenAI öffnet Codex für ganze Teams; NVIDIA und Microsoft bauen Hardware für die Agenten-Ära
OpenAI öffnet Codex für ganze Teams, während Google DeepMind aus Gemini einen Forschungspartner macht, der eigene Hypothesen erzeugt. Parallel bauen NVIDIA und Microsoft die Hardware für eine Ära, in der Agenten die eigentlichen Nutzer sind, und US-Außenminister Marco Rubio warnt offen vor einer KI-Jobwelle bis in die Büros.
OpenAI öffnet Codex für 62 Apps und ganze Teams
OpenAI erweitert Codex am 2. Juni weit über das reine Programmieren hinaus. Mit einer einzigen Installation verwandelt sich der Agent in einen Fachexperten für eine konkrete Rolle und greift jetzt auf 62 verbreitete Apps und 110 Skills zu, quer durch Sales, Datenanalyse, Kreativproduktion und Produktdesign. Die neue Funktion Sites macht aus Arbeitsständen und Plänen eine teilbare Website oder App, ein Data-Analytics-Plugin übersetzt rohe Tabellen direkt in Antworten, ohne dass jemand erst ein Notebook aufsetzt. Der Rollout startet bei Business- und Enterprise-Plänen. Damit bedienen auch Analysten, Marketer und Designer dieselbe Engine wie Entwickler.
Googles Co-Scientist debattiert sich zu neuen Hypothesen
DeepMind stellt Co-Scientist vor, ein Multi-Agenten-System auf Gemini-Basis, das nicht nur Antworten liefert, sondern eigene Hypothesen erzeugt. Mehrere Agenten generieren Ideen, stellen sie gegeneinander zur Debatte und lassen sie über Runden hinweg evolvieren, bis überprüfbare Vorschläge für komplexe wissenschaftliche Probleme entstehen. Das Prinzip überträgt den wissenschaftlichen Diskurs in Software: These, Gegenrede, Verfeinerung. Statt eines einzelnen Modells, das rät, arbeitet hier ein Kollektiv spezialisierter Agenten auf einen Durchbruch hin. Die Forschung bekommt damit einen Sparringspartner, der nicht ermüdet.
NVIDIA Vera schließt Agenten-Aufgaben 80 Prozent schneller ab
Auf der GTC in Taipei hat NVIDIA mit Vera eine neue CPU vorgestellt, die das Rechenzentrum nicht mehr um klassische Anwendungen, sondern um autonome Agenten herum denkt. Laut NVIDIA schließt Vera agentische Aufgaben 80 Prozent schneller ab als vergleichbare x86-Architektur. Der Chip ist als Baustein für die sogenannten KI-Fabriken konzipiert, in denen tausende Agenten parallel planen, recherchieren und ausführen. Wo bisher die Geschwindigkeit eines einzelnen Modells zählte, wird jetzt der Durchsatz ganzer Agenten-Schwärme zur entscheidenden Größe.
Microsoft baut mit Project Solara ein Betriebssystem für Agenten
Auf der Build-Keynote hat Microsoft Project Solara vorgestellt, eine Plattform, die nicht mehr um Apps und ein klassisches Betriebssystem herum gedacht ist, sondern um autonome Agenten. Die Logik dahinter: Wenn die KI Aufgaben selbst erledigt, braucht das Gerät keine App-Kacheln, sondern eine Schicht, die Agenten ausführt, koordiniert und absichert. Die Hardware-Grundlage entsteht gemeinsam mit Qualcomm, also auf ARM-Silizium statt klassischer x86-Logik. Es ist die Ansage, dass die nächste Geräteklasse nicht mehr für den Menschen am Bildschirm optimiert wird, sondern für den Agenten im Hintergrund.
Nous Research bringt Hermes als Self-Hosted-Agent auf den Desktop
Nous Research veröffentlicht Hermes jetzt als native Desktop-App für macOS, Windows und Linux. Der KI-Agent, bisher als Server-Dienst und iOS-Client unterwegs, läuft damit direkt auf der eigenen Maschine, ohne Cloud-Zwang und ohne fremde Infrastruktur. Wer seine Daten lokal behalten will, bekommt einen vollwertigen Agenten, der Aufgaben autonom abarbeitet und unter eigener Kontrolle bleibt. Die Richtung ist deutlich: weg vom zentralen Anbieter, hin zu KI, die dem Nutzer selbst gehört.
CadX baut 3D-Modelle aus einem Satz Text für 2 Dollar
Konstruktionssoftware war jahrzehntelang eine eigene Disziplin: Wer ein Bauteil modellieren wollte, brauchte Monate Einarbeitung in Menüs, Constraints und Geometrie-Logik. CadX dreht das um. Statt zu klicken, beschreibt man das Objekt in einem Satz, und das System baut das 3D-Modell daraus. Der Einstieg kostet 2 Dollar. Damit fällt die Hürde, die CAD bisher Ingenieuren und Spezialisten vorbehalten hat. Die Logik gleicht der bei Code, Text und Bild: Sobald eine Sprachschnittstelle die Fachsprache ersetzt, wächst die Zahl der Menschen, die ein Werkzeug produktiv nutzen können.
Rubio warnt: KI trifft jetzt auch die White-Collar-Jobs
Marco Rubio fordert die Amerikaner auf, sich jetzt auf eine Zukunft vorzubereiten, in der künstliche Intelligenz innerhalb kurzer Zeit Millionen Arbeitsplätze ersetzt. Neu an seiner Warnung ist die Stoßrichtung: Es trifft nicht nur die Fabrikhalle, sondern Millionen White-Collar-Profis, Sachbearbeiter, Analysten und Verwaltung. ‘There will be white-collar jobs that will be impacted’, sagt Rubio, und weiter: ‘That over time could destabilize societies all over the world.’ Wenn ein US-Außenminister offen von gesellschaftlicher Destabilisierung durch Automatisierung spricht, ist das Thema in der Realpolitik angekommen, nicht mehr im Tech-Feuilleton.
Chart des Tages: Entscheiden ist die häufigste KI-Aufgabe im Büro
Quelle: Microsoft Work Trend Index
Der größte Brocken der KI-Nutzung im Job ist nicht das Schreiben von Texten, sondern das Treffen von Entscheidungen: 28 Prozent aller Anfragen drehen sich darum, Optionen abzuwägen und zu einer Wahl zu kommen. Danach folgen Informationen beschaffen (13 Prozent), Dokumentation (12 Prozent) und Informationsverarbeitung (9 Prozent), erst dahinter Team-Kommunikation (8 Prozent) und reine Datenanalyse (6 Prozent). KI landet im Berufsalltag also vor allem im Kopf-Geschäft: abwägen, einordnen, entscheiden.
Ein humanoider Roboter aus China kommt im Versandkarton an
In Malaysia öffnet jemand einen Karton, der aus China verschickt wurde, und holt einen kompletten humanoiden Roboter heraus. Kein Forschungslabor, keine Sondergenehmigung, sondern Lieferung frei Haus. Genau dieser Moment macht spürbar, wie schnell sich die Lage verschiebt: Maschinen in Menschengestalt verlassen die Werkshallen der Konzerne und werden zur bestellbaren Ware. China treibt die Industrialisierung der Humanoiden mit einem Tempo voran, das den Rest der Welt zu Zuschauern macht.
Tool-Empfehlung: Voicely
Voicely ist eine DSGVO-konforme Diktiersoftware mit KI-gestützter Spracherkennung, die in jeder App läuft. Wer viel tippt, schreibt damit nach Anbieterangabe rund fünfmal schneller, ohne das Werkzeug zu wechseln. Ein nützlicher Eintrag im Werkzeugkasten für alle in der KI-Bubble, die Produktivität nicht nur diskutieren, sondern den eigenen Schreiballtag tatsächlich beschleunigen wollen: voicely.de.



