Souveräne KI wird real: Offenes Modell aus München schlägt die Konkurrenz
Offenes Foundation Model aus München vorn; Claude Code verbrennt 33.000 Token Overhead; Gemini zieht ins Waze-Cockpit
Mit Soofi S 30B-A3B liegt erstmals ein voll offenes Foundation Model auf deutscher Infrastruktur vor, das Olmo 3 und Apertus 70B schlägt. Parallel zeigt eine Messung, wie teuer der unsichtbare Token-Overhead von Coding-Agenten wirklich ist, und Google schiebt Gemini unauffällig ins Navigationssystem Waze.
Offenes Foundation Model aus München schlägt Olmo und Apertus
Mit Soofi S 30B-A3B liegt erstmals ein voll offenes Foundation Model vor, das in den eigenen Evaluationen im englischen wie im deutschen Aggregat vorn liegt, vor Olmo 3 32B und Apertus 70B. Technisch ist es ein Mixture-of-Experts-Hybrid auf Mamba-Basis, trainiert auf rund 27 Billionen Tokens mit bewusst übergewichtetem Deutsch. Radikal transparent sind Datenherkunft pro Quelle, sämtliche Hyperparameter, Trainings- und Eval-Code sowie die Checkpoints, alles unter freien Lizenzen. Das gesamte Training lief auf der Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom in München. Souveräne KI entsteht hier als lauffähiges Modell auf eigener Infrastruktur, nicht als Absichtserklärung.
Claude Code verbrennt 33.000 Token, bevor der Prompt gelesen ist
Ein Team von Systima hat einen Logger zwischen die Coding-Agenten und Anthropics Endpoint gesetzt und jeden Request mitgeschnitten. Ergebnis: Claude Code feuert rund 33.000 Token an reinem Overhead ab, bevor der eigentliche Prompt überhaupt gelesen wird. OpenCode kommt mit etwa 7.000 aus, knapp einem Fünftel. Der Aufschlag steckt in Harness-Ballast, MCP-Schema-Last, Subagent-Multiplikatoren und einer schwächeren Cache-Strategie. Für Teams, die KI-Coding im großen Stil abrechnen, ist das eine eigene Kostenstelle: Jeder Lauf zahlt diesen Fixkosten-Zoll unsichtbar mit. Bei Agenten entscheidet die Architektur des Harness über die Marge, nicht das Modell allein.
Quelle: Systima
Eine Spiel-Engine, klein genug, dass die KI sie ganz versteht
Unity und Unreal sind Codebasen aus Millionen Zeilen, in denen sich jeder Coding-Agent sofort verläuft. Also hat jemand das Gegenteil gebaut: eine quelloffene Engine, von Grund auf für den KI-Workflow. Alles, was der Agent steuern muss, sitzt an einer einzigen, winzigen Stelle, klein genug, dass er die ganze Engine auf einmal erfasst. Maps, Charaktere, Props, Audio und UI lassen sich per KI generieren, dann setzt der Agent daraus ein spielbares Game zusammen. Ein eingebautes Server-SDK erledigt Accounts, Cloud-Saves und Multiplayer in zwei Zeilen, Claude und Codex sind ab Werk dabei. Statt die KI ins alte Werkzeug zu zwingen, wird das Werkzeug um die KI herum neu gebaut.
Google zieht Gemini ins Waze-Cockpit
Google zieht sein Flaggschiff-Modell Gemini direkt in die Navigations-App Waze. Zwei der vier neuen Funktionen laufen über Gemini: Gefahren und Staus lassen sich jetzt in natürlicher Sprache melden statt über Menüs, und die Zielsuche wird konversationell. Dabei soll der Assistent bewusst weniger schwätzen und präziser reagieren. Das ist die Reifephase von KI im Alltag: Das Modell wird nicht mehr als Feature beworben, es verschwindet unsichtbar in einer App, die Millionen täglich nutzen. Für Unternehmen verschiebt sich der Wettbewerb von der Frage, ob man KI hat, zu der Frage, ob sie sauber im Produkt verschwindet.
Quelle: The Verge
Unitree ruft zum Wettkampf ums generalistische Roboterhirn
Während Sprachmodelle längst Alltag sind, fällt die nächste Mauer gerade erst: das eine Modell, das einen Roboterkörper universell steuert. Genau dorthin zielt Unitrees neuer globaler Wettbewerb, die UniBot World Challenge. Teams aus aller Welt treten an, um Embodied-AI-Foundation-Models an ihrer wundesten Stelle zu testen, der Generalisierung in der echten Welt. Der Fokus liegt auf einem einzigen, universell einsetzbaren Modell: ein Netz, das viele Aufgaben beherrscht, statt für jeden Handgriff neu trainiert zu werden. Das ist der Sprung von der programmierten Maschine zum lernenden Körper, an dem sich die nächste Robotik-Generation messen wird.
Ein Leak zeigt, wie total San Franciscos Drohnenüberwachung ist
Die Polizei von San Francisco hat versehentlich stundenlanges Material aus ihrer Drohnenflotte offengelegt. Die Aufnahmen stammen von der Plattform Skydio, deren KI-gesteuerte Drohnen weitgehend autonom fliegen und die Stadt aus der Vogelperspektive scannen. Das Leak macht sichtbar, wie flächendeckend hier längst überwacht wird, und wie leicht solche Bilder öffentlich im Netz landen. Der eigentliche Bruch ist nicht der Behördenfehler, sondern die Normalität dahinter. Autonome Drohnen drücken die Kosten der Dauerüberwachung gegen null, und was technisch möglich wird, wird auch genutzt. Wer heute über KI im öffentlichen Raum entscheidet, wählt kein Werkzeug, sondern ein permanentes Auge.
Quelle: Wired
Chart des Tages: Operative Reife verdoppelt fast den Produktivitätsgewinn
Quelle: McKinsey-Analyse (Operational Excellence Survey)
Unternehmen mit der höchsten operativen Reife steigerten ihre Produktivität zwischen 2014 und 2024 um 7,1 Prozent. Schwach organisierte Firmen kamen nur auf 4,0 Prozent, fast die Hälfte weniger. Der Unterschied entsteht allein durch bessere Abläufe, klare Kennzahlen und konsequente Prozesse. Genau das entscheidet jetzt im KI-Zeitalter: Nicht das Tool bringt den Sprung, sondern die Organisation dahinter. Wer operativ sauber aufgestellt ist, verwandelt KI in echte Produktivität. Wer im Chaos startet, digitalisiert nur das Chaos.
Der erste humanoide Chirurgie-Roboter operiert im echten OP
An der UC San Diego darf der weltweit erste humanoide OP-Roboter jetzt in echten Operationssälen eingesetzt werden, gesteuert von Chirurgen während laufender Eingriffe. In drei Prozeduren entfernte das System unter anderem eine Gallenblase, vorerst am Tiermodell. Damit rückt der Schritt zu Studien am Menschen greifbar nah. Was jahrzehntelang Science-Fiction war, verlagert sich Zug um Zug ins Reale: Der menschenähnliche Körper wird zur präzisen, unermüdlichen Hand des Operateurs.
Neuralink will mit Blindsight das Auge überflüssig machen
Blindsight umgeht die Biologie komplett. Statt ein kaputtes Auge zu reparieren, streamt das Implantat das Signal direkt in den visuellen Cortex, vorbei an Augapfel und Sehnerv. Wer von Geburt an blind ist, ohne Auge, ohne Nerv, soll damit erstmals sehen. Das Gehirn fragt nicht, woher ein Signal kommt, es verarbeitet es einfach. Also lässt sich einspeisen, was das Auge nie konnte: Infrarot, Ultraviolett, Radar, die Wärme, die von jedem Gegenstand im Raum abstrahlt. Der Blinde würde nicht auf menschliche Sicht zurückgesetzt, er würde mehr sehen als jeder Sehende vor ihm. Aus der Prothese wird ein Upgrade.
Tool-Empfehlung: CorporateLLM
CorporateLLM ist eine DSGVO-konforme Unternehmens-KI-Plattform, die OpenRouter, Ollama oder jeden OpenAI-kompatiblen Provider in unter einer Minute anbindet und sicher mit dem eigenen Wissen chatten lässt, ab sofort im Free-Plan. Für alle in der KI-Bubble, die lokale oder eigene Modelle nicht nur diskutieren, sondern datenschutzkonform ins eigene Wissensmanagement holen wollen, ein lohnender Blick. Mehr Infos: corporatellm.de.








