OpenAI zahlt 250 Millionen für die Zeit nach der Knappheit
OpenAI-Stiftung startet mit 250 Millionen Dollar; Xiaomis MiMo fällt auf DeepSeek-Niveau; Chinas Roboter bekommen digitale Ausweise
Die OpenAI-Stiftung startet mit 250 Millionen Dollar einen Fonds für die Wirtschaft nach der Knappheit, während Xiaomi seine KI-Preise um bis zu 99 Prozent senkt. Dazu macht Google YouTube zum Gesprächspartner und China registriert seine Roboter wie Bürger.
OpenAI-Stiftung startet mit 250 Millionen Dollar
Die OpenAI-Stiftung macht ihren ersten konkreten Schritt: ein anfängliches Commitment von 250 Millionen Dollar für Förderungen, Partnerschaften und eigene Projekte. Die Idee dahinter ist präzise. Wenn KI bisher knappe Fähigkeiten plötzlich für alle verfügbar macht, verschiebt sich die ökonomische Grundordnung. Das Geld fließt in drei Richtungen: in die Messung dieser Verschiebung, in Übergangshilfen für Menschen, deren Arbeit sich auflöst, und in neue Modelle für breit verteilten Wohlstand. Die Stiftung sagt offen, dass das Zeitfenster kürzer ist als gewohnt und der Preis eines Fehlers immens.
Xiaomis MiMo 2.5 Pro fällt auf DeepSeek-Niveau
Xiaomi hat die API-Preise der MiMo-V2.5-Reihe dauerhaft gesenkt, in der Spitze um bis zu 99 Prozent gegenüber dem bisherigen Tarif. MiMo 2.5 Pro kostet damit nun so viel wie DeepSeek V4 Pro, und die Preise gelten einheitlich über alle Kontextlängen. Wer Token-Pakete bucht, bekommt beim selben Preis das Fünf- bis Achtfache an nutzbaren Tokens. Leistungsfähige Modelle rutschen damit in einen Bereich, in dem die Inferenzkosten für die meisten Geschäftsanwendungen kaum noch ins Gewicht fallen. Was vor einem Jahr Premiumzugang war, wird zur Grundausstattung.
Google macht YouTube zum Gesprächspartner
Statt einer Reihe von Videovorschlägen liefert YouTubes neues Sucherlebnis eine interaktive, strukturierte Antwort. Man stellt komplexe Anfragen, etwa die Planung eines Roadtrips entlang der kalifornischen Küste oder Tipps, dem Kind das Fahrradfahren beizubringen, und schärft per Folgefrage nach. Das System durchforstet den gesamten Katalog aus Longform und Shorts und stellt die relevantesten Clips zusammen. Die Suche wird damit zur Recherche-Instanz: nicht mehr was es zu einem Stichwort gibt, sondern was man braucht, um eine Aufgabe zu lösen. Start für Premium-Mitglieder in den USA, der Rollout für alle Nutzer folgt.
Sesame holt die KI-Stimme aus dem Film in den Alltag
Die iOS-App startet als Preview mit vier persönlichen Voice-Agents, angetrieben von einem Echtzeit-Sprachmodus auf Spitzenniveau. Diese Agents hören nicht nur zu, sie durchsuchen das Web, verwalten Erinnerungen und behalten ein Gedächtnis über Gespräche hinweg. Damit verlässt die natürliche Sprachschnittstelle endgültig das Demo-Stadium. Der Rollout läuft bewusst langsam über eine Warteliste, ein Zeichen dafür, wie teuer flüssige Echtzeit-Latenz beim Sprechen bleibt. Was vor einem Jahr noch Research Preview hieß, hat jetzt Charaktere, Funktionen und eine Reife, an die aktuell wenig heranreicht.
Chinas fahrerloser Roboter-Traktor pflügt schon auf den Feldern
Während Europa über autonome PKWs debattiert, fährt in Hebei bereits der erste vollelektrische Roboter-Traktor durch die Felder. Der Honghu T70 ist kein Prototyp, sondern Serienmaschine: pflügen, säen, spritzen, ernten, alles autonom, Boden- und Feuchtigkeitsdaten in Echtzeit, Navigation auf Zentimeter über Chinas eigene Satellitenkonstellation. Der strategische Hebel ist gewaltig. Über 20 Prozent der chinesischen Arbeitskräfte stecken noch in der Landwirtschaft. Ein einzelner Bauer könnte künftig eine ganze Flotte führen, Millionen Hände wandern in Industrie und Städte. Gleichzeitig kappt Peking die Abhängigkeit von Deere und Claas.
China registriert seine Roboter wie Bürger
China beginnt, humanoiden Robotern digitale Identitäten zuzuweisen. Über 28.000 Maschinen aus mehr als 200 Modellreihen sind bereits erfasst. Jeder Roboter bekommt eine eindeutige, staatlich geführte Kennung, vergleichbar mit einem Personalausweis für Maschinen. Dahinter steht mehr als Bürokratie. Wer jede autonome Maschine eindeutig identifizieren kann, kann Haftung, Einsatzort und Verhalten lückenlos zuordnen, und damit eine ganze Roboter-Population steuern, bevor sie in Fabriken, Logistik und Pflege zur Masse wird. Während im Westen noch über Regulierung diskutiert wird, baut China die Verwaltungsinfrastruktur für eine Wirtschaft, in der Maschinen als eigenständige Akteure gezählt werden.
Hermes lässt den KI-Agenten rund um die Uhr auf dem eigenen Server laufen
Atomic Bot bringt eine iOS-App für seinen Open-Source-Agenten Hermes. Der Agent läuft dauerhaft auf dem eigenen VPS, die App steuert ihn von überall. Die Verbindung läuft über Tailscale, Cloudflare Tunnel oder ngrok, alles privat und standardmäßig unter eigener Kontrolle. Keine fremde Cloud, keine Abhängigkeit von einem Anbieter. Wer Automatisierung will, ohne seine Daten aus der Hand zu geben, bekommt hier ein Modell, das komplett selbst gehostet bleibt.
Capafy verkauft KI-Skills, ohne den Quellcode preiszugeben
Capafy startet einen Marktplatz für KI-Skills. Entwickler laden ihre Methoden hoch, setzen eigene Preise und verdienen bei jeder Nutzung, über Claude Code, Codex und OpenClaw hinweg. Der Clou: Die Skills laufen serverseitig, der Quellcode bleibt geschützt. Das Know-how verlässt den Ersteller nie, der Nutzer bekommt trotzdem maßgeschneiderte Ergebnisse. Ein Geschäftsmodell, bei dem einmal gebaute Expertise im Hintergrund weiterverdient.
Chart des Tages: Golfstaaten führen bei der KI-Nutzung
Quelle: Microsoft AI Diffusion Report Q1 2026
Weltweit nutzt erst jeder sechste Mensch im erwerbsfähigen Alter regelmäßig KI, das sind 17,8 Prozent. An der Spitze stehen nicht die USA oder China, sondern die Vereinigten Emirate mit 70 Prozent und Singapur mit 63 Prozent, zwei Staaten, die KI gezielt als Standortstrategie ausrollen. Europa folgt dicht gestaffelt: Norwegen 49, Irland und Frankreich je 48, Spanien 44, dahinter Großbritannien und die Niederlande mit je 42 Prozent. Auffällig ist, wer fehlt: Deutschland taucht in den Top 10 gar nicht auf.
Kompakte Fusionsreaktoren nehmen Kurs auf die Börse
Fusion war jahrzehntelang ein Spiel der Giganten: hallengroße Tokamaks, Milliardenbudgets, Zeithorizonte über Generationen. Avalanche Energy setzt auf das Gegenteil, kompakte Reaktoren, klein genug für völlig neue Einsatzorte. Jetzt holt sich das Unternehmen mit Jefferies eine große Investmentbank an Bord, um den Gang an die Börse vorzubereiten. Das Signal ist deutlich: Kapitalgeber trauen der Miniaturisierung der Sternenenergie inzwischen einen echten Markt zu. Wenn Fusion nicht nur funktioniert, sondern auch handlich wird, verschiebt sich die Frage von ob zu wo überall.
Quelle: Linkedin
Tool-Empfehlung: Voicely
Voicely ist eine DSGVO-konforme Diktiersoftware mit KI-gestützter Spracherkennung, die in jeder App läuft und laut Anbieter fünfmal schnelleres Schreiben ermöglicht. Eine Taste drücken, sprechen, und der Gedanke landet als Text direkt im Cursor, ob in Mail, Slack oder im Code-Editor. Ein nützlicher Werkzeugkasten-Eintrag für alle in der KI-Bubble, die ihren Schreiballtag nicht nur diskutieren, sondern tatsächlich beschleunigen wollen, mehr Infos: voicely.de.








