OpenAI kappt Cursor den direkten Zugang zu seinen Modellen, nachdem SpaceX den Editor übernommen hat. Zugleich legt Tencent ein offenes 770-Milliarden-Modell vor, und ein Startup lässt ein Netz autonomer Agenten seine komplette Firma führen. Der Tag zeigt, wie schnell sich Modell-Zugang, offene Gewichte und Agenten-Arbeit gerade verschieben.
Tencent legt ein 770-Milliarden-Modell offen
Tencent hat sein neues Sprachmodell Hy4 als Preview veröffentlicht und die Gewichte offengelegt. Die Architektur ist ein Mixture-of-Experts mit 770 Milliarden Parametern insgesamt, von denen pro Anfrage nur 49 Milliarden aktiv rechnen. Das drückt die Inferenzkosten, ohne die Kapazität zu opfern. Das Kontextfenster überschreitet eine Million Token. Damit legt der nächste chinesische Anbieter ein Frontier-Modell zum Nulltarif in die Hände jedes Unternehmens, das genug Rechenleistung stellt. Der Abstand zwischen den geschlossenen US-Laboren und den offenen Gewichten aus China schrumpft weiter.
Quelle: Tencent
OpenAI kappt Cursor ab dem 12. November
Nach der Übernahme von Cursor durch SpaceX, das auch xAI hält, beendet OpenAI die Partnerschaft mit dem KI-Editor. Die Übernahme löste ein Change-of-Control-Fenster aus: Cursors direkter Zugang zu OpenAI-Modellen endet am 12. November, kommende Modelle wie Astra gibt es gar nicht erst. Als Begründung nennt OpenAI Vertragsbrüche aus dem Umfeld von Elon Musks Firmen. Für Cursor-Nutzer heißt das, wer GPT-Modelle direkt im Editor fährt, braucht ab November einen Plan B. Die Frontlinie zwischen den Laboren verläuft jetzt mitten durch die Werkzeuge, mit denen Entwickler täglich arbeiten.
OpenAI hebt die Codex-Limits um 10 bis 50 Prozent
OpenAI setzt für alle zahlenden Codex- und ChatGPT-Work-Nutzer das Kontingent zurück und räumt zugleich bei der Verbrauchsmessung auf. Fehler, die Anfragen zu teuer verbucht haben, sind behoben. Unterm Strich reicht dasselbe Abo jetzt spürbar weiter, je nach Arbeitsweise zwischen 10 und 50 Prozent mehr Nutzung als vorher. Für Teams, die Codex im Dauerbetrieb fahren, ist das kein Kosmetik-Update: Wer bisher gegen die Decke lief, bekommt effektiv ein größeres Zeitfenster pro Abrechnungsperiode, ohne einen Cent mehr zu zahlen.
Meta baut mit Project Hatch eine Agenten-Zentrale
Interne Leaks zeigen, woran Meta gerade arbeitet: eine App für Web, iOS und Android, in der KI-Agenten den Browser und den Rechner selbst bedienen, mit Freigabe-Flow wie bei Codex oder Claude Desktop. Die Agenten verfolgen langlaufende Ziele, planen Aufgaben zeitgesteuert und laufen in eigenen Cloud-Umgebungen, die Sessions über Geräte hinweg halten. Nutzer sollen mehrere Agenten mit eigenen Avataren bauen, teilen und über Messenger und WhatsApp ansteuern, dazu Spaces, Memory und Voice Mode. Meta zielt damit nicht auf einen weiteren Chatbot, sondern auf eine persistente Agenten-Zentrale mitten im Alltag.
Polsia sammelt 30 Millionen ein, betrieben von Agenten
Polsia lässt ein Netzwerk autonomer Agenten eine komplette Firma betreiben und betreibt sich selbst über genau dieses Netz. Marketing, Outreach und sogar die jüngste Finanzierungsrunde liefen laut Unternehmen über die Agenten, inklusive Investoren-Briefings und dem gesamten Hin und Her der Due Diligence. Das Ergebnis: 30 Millionen Dollar frisch eingesammelt, bei 250 Millionen Bewertung. Ein einziger Mensch als Gründer, kein Team dahinter. Die Grenze zwischen Werkzeug und Belegschaft löst sich gerade auf, und das hier ist der erste sichtbare Riss.
OpenAIs Ingenieure verstehen ihren KI-Code nicht mehr
SemiAnalysis berichtet aus dem Inneren von OpenAIs Kernel-Entwicklung: Die Modelle schreiben hochoptimierte GPU-Kernel in Gluon, einer Low-Level-Sprache oberhalb von Triton. Beim Durchgehen eines MLA-Kernels für DeepSeek war klar, dass die Menschen die Hardware und die Konzepte tief verstehen, aber keine Ahnung mehr haben, was diese konkrete KI-generierte Assembly eigentlich tut. Und es ist kein Slop, denn es performt: Die KI schreibt, die KI testet, die Ergebnisse stimmen, die Kernel laufen schnell. Der Code wird zur Sache, über die kein Mensch mehr im Detail nachdenken muss, solange die KI die Datenbewegung auf dem Silizium beherrscht.
Sony und Warner verklagen Anthropic auf Milliarden
Sony Music und Warner Chappell haben Anthropic vor dem US-Bezirksgericht Nordkalifornien verklagt und sprechen von einer der größten und dreistesten laufenden Enteignungen geistigen Eigentums. Es geht um zehntausende urheberrechtlich geschützte Werke, die ins Training geflossen sein sollen. Gefordert werden bis zu 150.000 Dollar pro Werk, plus bis zu 25.000 Dollar für jeden Fall, in dem Urheberrechtsdaten entfernt wurden. Summiert steht damit eine Schadensersatzforderung in Milliardenhöhe im Raum. Das ist der eigentliche Preiskampf hinter dem Modellrennen: Wer Frontier-KI baut, muss klären, was Trainingsdaten wirklich kosten dürfen.
Quelle: The Verge
Ein Roboter erntet erstmals autonom einen Eisbergsalat
Sami Robotics zeigt einen Moment, den die Landwirtschaft lange erwartet hat: eine Maschine, die einen einzelnen Kopf Eisbergsalat autonom erkennt, freischneidet und erntet. Kein Mensch am Messer, keine geführte Reihe, nur der Roboter auf dem Feld. Handarbeit auf dem Acker galt als kaum automatisierbar, weiches Blattwerk, unregelmäßiger Wuchs, Zentimeterarbeit direkt über dem Boden. Genau diese Grenze verschiebt sich hier. Was in der Fabrik längst Standard ist, wandert jetzt aufs offene Feld, wo Erntehelfer knapp und teuer werden. Ein erster Kopf ist noch keine Ernte, aber der Beweis, dass die Mechanik sitzt.
Forscher kapert Unitrees G1-Humanoiden per Bluetooth
Der Sicherheitsforscher Olivier Laflamme hat eine Exploit-Kette namens UniBLEed offengelegt: root-Rechte auf Unitrees G1-Humanoiden, ohne jede Anmeldung, allein über Bluetooth in Funkreichweite. Möglich machte es eine Lücke im Cloud-Backend, das gerätespezifische Schlüssel an jeden registrierten Nutzer herausgab. Wer root hat, kontrolliert den Roboter komplett: Balance, Motoren, Tiefensensoren, Kamera und Mikrofon. Besonders brisant ist die potenzielle Wurmfähigkeit, ein gekaperter Roboter könnte benachbarte Einheiten anstecken. Während Humanoide in Fabriken und Haushalte einziehen, bleibt Security der blinde Fleck der Branche.
Quelle: Humanoidsdaily
Ein KI-Terminator schlendert durch San Francisco
Ein Clip zeigt einen T-800, der ganz entspannt durch die Straßen von San Francisco spaziert, mitten am Tag des jüngsten Gerichts. Sichtbar KI-generiert, doch als kleiner Beleg taugt er allemal dafür, wie nah Videomodelle inzwischen an kinoreife Szenen herankommen. Was vor kurzem noch ein teures VFX-Studio verlangte, entsteht jetzt aus einem Textbefehl.
Chart des Tages: der Mensch lernt, die KI bleibt stehen
Quelle: Epoch AI, EBR-bench
Im Brettspiel-Benchmark EBR-bench kletterte der beste menschliche Spieler von 1 auf 20 von 21 Punkten, nach nur fünf Durchläufen saß die Strategie. Claude Opus 5 pendelte über sechs Läufe zwischen 8 und 13 Punkten, ein echter Lerneffekt blieb aus. Für Unternehmen heißt das: Wo eine Aufgabe Lernen aus Erfahrung über viele Schritte verlangt, holt die heutige KI nicht automatisch auf, nur weil sie es öfter versucht.
Tool-Empfehlung: RelationFlow
RelationFlow ist ein KI-Workspace für Teams im Mittelstand, der alle großen Modelle und selbst gehostete Endpunkte an einem Ort bündelt. Das Wissen jeder Abteilung wird als gemeinsame Quelle eingebunden, Chats, Agenten und Prompts sind im Team teilbar. Wer in der KI-Bubble nicht nur über den Modell-Wildwuchs klagt, sondern ihn tatsächlich ordnen will, findet hier den passenden Werkzeugkasten, mehr Infos: relationflow.io.









