Offene Modelle holen die Frontier ein: LG öffnet 750-Milliarden-Modell
LG öffnet 750-Milliarden-Modell unter Apache 2.0; OpenAI baut den Voice-Stack neu; Genspark verschenkt komplette Office-Suite
LG öffnet ein 750-Milliarden-Parameter-Modell unter Apache 2.0 und stellt damit die Build-vs-Buy-Frage neu, während OpenAI seinen kompletten Voice-Stack von Grund auf neu baut. Daneben zeigt Genspark, dass eine komplette Office-Suite heute im Alleingang aus einem Agenten heraus entsteht, in einer Woche und für 10.000 Dollar an Token.
LG öffnet ein 750-Milliarden-Modell unter Apache 2.0
LG schiebt ein Modell in die Frontier-Liga, das bislang großen US-Laboren vorbehalten schien: 750 Milliarden Parameter, 262.000 Token Kontext, zwei Reasoning-Modi zwischen schnellem Antworten und tiefem Nachdenken, dazu agentisches Coding und ein mehrsprachiges Fundament. Der eigentliche Hebel liegt in der Lizenz. Apache 2.0 heißt: Unternehmen laden die Gewichte frei, hosten selbst und setzen kommerziell ein, ohne API-Abhängigkeit und ohne Nutzungsgebühr. Während sich der Markt an geschlossene Endpoints gewöhnt, öffnet ein Konzern aus Korea seine Spitzentechnik komplett. Für jeden, der Inferenz im eigenen Haus behalten will, verschiebt das die Rechnung spürbar.
Quelle: Hackernoon
OpenAI baut den Voice-Stack neu, ChatGPT hört zu während es spricht
Die neue Architektur hinter GPT-Live lässt Audio kontinuierlich fließen. ChatGPT kann sprechen und gleichzeitig zuhören, ohne dass tieferes Schlussfolgern oder Tool-Nutzung das Gespräch unterbrechen. Der Ton läuft über einen dedizierten Schnellpfad, während Reasoning und Werkzeuge asynchron im Hintergrund arbeiten. Der Start einer Sprachsitzung schrumpft von sechs Netzwerk-Rundreisen auf eine einzige. Das Ergebnis ist ein Dialog, der sich vom ersten Moment an natürlich anfühlt, mehr Unterhaltung als Kommando. Wer Sprachassistenz bisher als holprige Wechselsprechanlage erlebt hat, bekommt hier das Fundament für Echtzeit-Interaktion nah am menschlichen Gesprächsrhythmus.
Quelle: OpenAI
Genspark gibt eine komplette Office-Suite als Open Source frei
Genspark hat GenOffice als Open Source freigegeben, ein komplettes Büropaket für PC und Mac. Docs, Sheets, Slides und PDF mit allen Bearbeitungswerkzeugen, kostenlos und werbefrei. Gebaut hat die Alpha ein einziger Engineer in einer Woche, für 10.000 Dollar an Token. Das ist die eigentliche Nachricht: Software, die früher Teams und Jahre gefressen hätte, entsteht heute im Alleingang aus einem Agenten heraus. Der eingebaute Genspark Super Agent recherchiert, wertet Daten aus und baut das Dokument oder die Slides direkt auf Basis der Genspark-Credits. Wer Feedback zur Alpha gibt, formt das Produkt per Sprache statt per Code.
Claude Code trennt Forken und Delegieren sauber
Zwei Arbeitsmodi, die vorher in einem einzigen Befehl steckten, sind entkoppelt. /fork zieht die Session jetzt als vollständige Kopie in eine eigene Hintergrund-Session, während im aktuellen Fenster ohne Unterbrechung weitergearbeitet wird. Das alte Verhalten, ein Subagent der innerhalb der Session eine Teilaufgabe erledigt und das Ergebnis zurückmeldet, liegt jetzt auf /subtask. Klingt nach Detail, ist aber die Handschrift einer Coding-Umgebung, die zunehmend als Team aus parallelen Agenten gedacht wird: verzweigen, delegieren, zusammenführen. Wer KI-Coding ernst betreibt, arbeitet nicht mehr linear in einem Faden, sondern orchestriert mehrere Stränge gleichzeitig.
Apple verklagt OpenAI, OpenAI kontert mit Screenshots
Der wertvollste Konzern der Welt zerrt das KI-Labor vor Gericht, und OpenAI antwortet mit einem Blogpost, der schlicht heißt: Apple is getting this wrong. Darin nennt OpenAI die Klage haltlos, korrigiert Apples Behauptungen über die eigenen Mitarbeiter und legt die Nachrichtenverläufe offen, die belegen sollen, was wirklich lief. Statt anwaltlichem Schweigen gibt es öffentliche Quittungen. Der Streit zweier Billionen-Player wird zur Bühnenshow, und wer zuerst die Screenshots zieht, hat die Deutungshoheit. Im Kern geht es um Talent, das gerade zwischen den Giganten wandert, und darum, wer die Erzählung kontrolliert.
Quelle: OpenAI
KI-Suche macht Reddit zur neuen SEO-Goldader
Seit KI-Suchmaschinen ihre Antworten bevorzugt aus Reddit-Threads ziehen, ist eine Erwähnung im richtigen Subreddit plötzlich bares Geld wert. Die Folge: Marken schleusen getarnte Empfehlungen in echte Community-Diskussionen, ganze Ketten scheinbar unabhängiger Nutzer preisen dasselbe Produkt an. Moderatoren jagen die Fälschungen, doch der Anreiz wächst schneller als die Abwehr. Das ist kein Reddit-Problem, sondern die neue Realität für jede Marketing-Abteilung. Wer im Zeitalter der KI-Antwort sichtbar bleiben will, muss verstehen, woher die Modelle ihre Empfehlungen beziehen. Klassisches Google-SEO wird gerade durch ein Spiel um Vertrauen in Communities ersetzt.
Quelle: The Verge
Zwei Humanoide zeigen, wie weit die Robotik inzwischen ist
Vaulten, klettern, unbekanntes Terrain queren, und in Echtzeit selbst entscheiden, welche Bewegung als Nächstes kommt. Trainiert wurde das in der Simulation und dann direkt auf die reale Maschine übertragen. Der Sprung von der virtuellen Umgebung zurück in die physische Welt war lange die härteste Hürde der Robotik. Genau die fällt hier: Der Roboter improvisiert seinen Weg, ohne dass ihm jemand die Route vorgibt.
Nicht der Roboter ist das Erstaunliche, sondern der Ballwechsel. Jeder Return heißt: die Kugel sehen, ihre Flugbahn vorausberechnen, den ganzen Körper in Position bringen, Balance halten, und das alles in Sekundenbruchteilen. Genau diese Kette aus Wahrnehmung, Vorhersage und Ganzkörperkontrolle war für Maschinen lange unerreichbar. Hier läuft sie flüssig genug, um einen menschlichen Gegner Schlag um Schlag zu bedienen.
Tool-Empfehlung: CorporateLLM
CorporateLLM ist eine DSGVO-konforme Unternehmens-KI-Plattform, die OpenRouter, Ollama oder jeden OpenAI-kompatiblen Provider in unter einer Minute anbindet und das Team sicher mit dem eigenen Wissen chatten lässt, ab sofort im Free-Plan. Für alle in der KI-Bubble, die providerunabhängige oder lokale KI nicht nur diskutieren, sondern im eigenen Unternehmen verankern wollen, ein naheliegender Werkzeugkasten-Eintrag, mehr Infos: corporatellm.de.







