Lidl lässt einen Lkw ohne Fahrerkabine zwischen Logistikzentrum und Filiale pendeln, genehmigt vom Kraftfahrt-Bundesamt. Gleichzeitig blockt Nvidia-Chef Jensen Huang am Telefon mit Donald Trump jede Tempobremse für die KI-Entwicklung ab. Dazu kauft OpenAI für über 300 Millionen Dollar ein Kamerateam von Apple ein.
Lidl und Einride fahren den ersten kabinenlosen Level-4-Lkw auf deutscher Straße
Einride und Lidl fahren ab sofort im Regelbetrieb zwischen Logistikzentrum und Filiale in Edermünde: ein elektrischer Truck ohne Kabine, ohne Fahrer, ohne Sicherheitsperson an Bord. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat dafür die erste Genehmigung dieser Art in Deutschland erteilt, SAE Level 4, öffentliche Straße, täglicher Warenverkehr statt Pilotprojekt.
Bemerkenswert ist weniger die Technik als der Ort. Autonomes Fahren galt als Thema für Arizona und Shenzhen, jetzt hat der härteste Zulassungsprozess der Welt zugestimmt. Geplant ist der Ausbau zur Milkrun-Route mit mehreren Stopps. Der Fahrermangel in der Logistik verschwindet nicht durch mehr Stellenanzeigen, sondern durch Fahrzeuge, die keinen Fahrer mehr brauchen.
Googles AI & Economy ATLAS zeigt, wo Deutschland KI tatsächlich einsetzt
Google hat seinen AI & Economy ATLAS geöffnet, Millionen Datenpunkte zur beruflichen KI-Nutzung weltweit. Die Karte zeigt kein Ranking, sondern Profile, und Deutschlands KI-Kompetenz sitzt dort, wo Maschinen stehen, nicht dort, wo Software entsteht.
USA: 30 Prozent der Nutzung in Computer- und Mathematikberufen
Das ist doppelt so viel wie im Rest der Welt
Indien: 19 Prozent in Kunst, Design und Medien, das 1,6-fache des Schnitts
Deutschland und Brasilien führen bei Gerätediagnose mit 7 Prozent
Japan kommt in derselben Kategorie auf 4 Prozent
Quelle: Google
Nvidia-Chef Huang blockt Trumps Frage nach einer KI-Tempobremse ab
„We’re not going to let that happen, sir.”
Das ist Nvidia-Chef Jensen Huang auf dem All-In Summit in Los Angeles, als mitten im Gespräch Donald Trump anruft. Thema ist Dario Amodeis Vorstoß, das Tempo der KI-Entwicklung zu drosseln. Ausgerechnet der Lieferant der Rechenkapazität stellt sich damit gegen Altman und Musk, die Amodei zugestimmt hatten. Trump verortete die Bremser politisch: das könnten politische Akteure sein, es könne auch China sein. Laut Gallup lehnen rund 70 Prozent der Amerikaner Rechenzentren in der Nachbarschaft ab. Eine Bremse ist keine Strategie, sie entscheidet nur, wer die nächsten zwei Jahre gestaltet.
Quelle: TechCrunch
OpenAI zahlt über 300 Millionen Dollar für das Kamera-Startup Glass Imaging
Gegründet haben Glass Imaging zwei Ex-Apple-Ingenieure, die dort das Team hinter dem Portrait-Modus des iPhone führten. OpenAI baut damit nicht an einer App, sondern an einem Gerät, das sieht.
Kaufpreis über 300 Millionen Dollar
Vor einem Jahr lag die Bewertung noch bei rund 100 Millionen
Neuronale Netze trainieren auf die Eigenheiten jedes Kamerasystems
Das Bild entsteht im Moment des Auslösens statt in der Nachbearbeitung
Nach dem 6,5-Milliarden-Kauf von Jony Ives io Products der zweite Baustein
Quelle: The Information
Salesforce stellt mit Koa ein eigenes Reasoning-Modell vor
Auf der Dreamforce hat Salesforce Koa vorgestellt, ein Reasoning-Modell auf Basis von Nvidias open-weight Nemotron. Nicht trainiert auf Allgemeinwissen, sondern auf Vertrieb, Marketing und Support. Koa hat nie echte Kundendaten gesehen, kann also auch keine ausplaudern, und braucht für dieselbe Aufgabe weniger Tokens. Damit müssen Anwendungsfirmen keine Millionen mehr an die Frontier-Labs überweisen, nur damit ihre Kundendaten durch eine fremde API laufen. Wer KI noch als Zulieferthema behandelt, übersieht, dass der eigene Softwareanbieter gerade zum Modellhersteller wird.
Quelle: TechCrunch
Gemini Live erledigt Deep Research jetzt im Hintergrund
Per Stimme einen Rechercheauftrag stellen, dann den Chat schließen, den Bildschirm sperren oder über etwas völlig anderes weiterreden: Gemini arbeitet den Report asynchron ab und meldet sich per Benachrichtigung, sobald er fertig ist. Danach lässt sich das Ergebnis im Gespräch durchgehen, mit Rückfragen vertiefen und nachschärfen.
Der eigentliche Sprung steckt nicht in der Recherche, sondern im Zeitverhalten: Die Aufgabe überlebt die Sitzung. Wer bisher davorsitzen musste, bis das Modell fertig gedacht hat, delegiert jetzt und bekommt Bescheid.
Perplexitys Portable Computer läuft jetzt lokal auf Windows-PCs
Harness, Agenten und Modelle arbeiten direkt auf dem PC, der Agent greift auf lokale Dateien und verbundene Apps zu, ohne die Aufgabe in die Cloud zu schicken. Wer Mandantendaten oder Verträge bislang nicht in ein Cloud-Fenster kippen durfte, sieht die Grenze des Machbaren auf den eigenen Schreibtisch wandern.
Voraussetzung ist eine Nvidia-RTX-GPU mit mindestens 24 GB VRAM
Lokal läuft PPLX 27B, ein nachtrainiertes Qwen 3.8 27B
Neu sind lokale MCP-Server und geplante Tasks
Bisher gab es das nur auf Nvidias DGX Spark
Claude Code bekommt Mods, die erste Community-Mod ist Tetris
Anthropic rollt Mods aus, die Erweiterungsschicht für Claude Code. Der Vorschlag lief wochenlang offen als GitHub-Issue, das Design wurde am Feedback der Community geschärft, jetzt landet die Funktion im Produkt. Die erste Demo aus der Community ist ein Tetris, das direkt in Claude läuft. Klingt nach Spielerei, ist aber der eigentliche Punkt: Wer sein Werkzeug moddbar macht, gibt das Tempo der Weiterentwicklung an die Nutzer ab. Genau so sind aus Editoren Plattformen geworden.
OM-1 lernt Robotik allein aus menschlichen Handdaten
Reward AI kommt aus dem Stealth und zeigt ein Modell, das ausschließlich aus menschlichen Handbewegungen gelernt hat. Ein tragbarer Handschuh mit sieben Freiheitsgraden zeichnet beim Kochen, Sortieren und Arbeiten Kraft, Tastsinn und Handhaltung auf. Kein Teleoperieren, keine Roboterdaten. Danach läuft dieselbe Policy auf Tischarmen, Industriegreifern und Humanoiden. Eine neue Aufgabe sitzt nach weniger als 30 Minuten Aufzeichnung. Damit löst sich die Datenknappheit der Robotik auf: Jeder arbeitende Mensch wird zur Trainingsquelle.
Unitrees G1+ startet bei 15.000 Dollar
Die aufgefrischte Version des G1 startet bei 15.000 Dollar vor Steuern und Versand. Neu sind stärkere Motoren, bessere Kameras und ein beweglicher Nacken, mit dem der Roboter nach oben, unten und zur Seite schaut. Der Blick ist keine Spielerei, er entscheidet darüber, was die Wahrnehmung überhaupt erfassen kann. Preislich liegt der G1+ auf dem Niveau eines gebrauchten Kleinwagens, während westliche Humanoide noch im sechsstelligen Bereich kalkuliert werden.
Chart des Tages: tägliche KI-Nutzung in den USA verdoppelt sich in sechs Monaten
Quelle: Epoch AI und Ipsos, Befragungen März und August 2026
Im März 2026 nutzten 8 Prozent der US-Erwachsenen an sechs oder sieben Tagen der Woche KI, im August waren es 19 Prozent. Gleichzeitig schrumpfte die Gruppe der Gelegenheitsnutzer mit nur einem Tag von 17 auf 10 Prozent. Die Nutzerzahl wächst also nicht nur, die Nutzung verdichtet sich. Wer KI einmal im Arbeitsalltag hat, greift täglich darauf zu. Für Unternehmen heißt das: Die Belegschaft bringt KI-Routine mit, ob es dafür interne Regeln gibt oder nicht.
Tool-Empfehlung: RelationFlow
RelationFlow ist ein KI-Workspace für Teams im Mittelstand, der alle großen Modelle und selbst gehostete Endpunkte an einem Ort bündelt. Das Wissen jeder Abteilung wird als gemeinsame Quelle eingebunden, Chats, Agenten und Prompts lassen sich im Team teilen. Für alle in der KI-Bubble, die nicht länger fünf Einzelabos nebeneinander betreiben und dabei zusehen wollen, wie Wissen in privaten Chatverläufen versickert, mehr Infos: relationflow.io.







