Googles KI sieht im Fußball acht Sekunden in die Zukunft
OpenAI macht Codex-Rechenzeit speicherbar; DeepMind prognostiziert Spielzüge bei Palmeiras; Mistral bringt offene Modelle ins Enterprise
Google DeepMind bringt seine Taktik-KI in den Profifußball und prognostiziert Spielzüge acht Sekunden im Voraus, während OpenAI die Rechenzeit von Codex speicherbar macht. Daneben erklärt Mistrals CTO, wie offene Modelle ins Enterprise kommen, und Perplexity verdrahtet Deep Research fest in seinen Agenten.
OpenAI macht Codex-Rechenzeit speicherbar und gezielt abrufbar
OpenAI dreht die Logik der Rate-Limits um. Wer mit Codex arbeitet, kann seine Limit-Resets ab sofort speichern und genau dann auslösen, wenn der Sprint es verlangt: nachts vor dem Release statt mittwochs um drei. Go-, Plus-, Pro- und Business-Konten starten mit einem freien Reset. Dazu kommt ein Wachstumshebel: Wer in den nächsten zwei Wochen bis zu drei Bekannte zu Codex einlädt, bekommt für deren erste Nachricht einen weiteren Reset gutgeschrieben, und zwar auf beiden Seiten. Rechenzeit wird damit zu einer Währung, die man hortet und gezielt ausgibt.
Perplexity verdrahtet Deep Research fest in seinen Agenten
Perplexity macht Deep Research zum nativen Skill im Agent-Harness von Perplexity Computer. Statt isolierter Recherche-Sessions greift der Agent jetzt auf Search-as-Code, langlaufende Sandboxes, Connectors, Tools und lizenzierte Daten zu. Eine Recherche ist damit kein Endpunkt mehr, sondern ein Baustein in autonomen Arbeitsketten: recherchieren, Code schreiben, Daten verarbeiten, Ergebnis liefern, alles in einem Durchlauf. Verfügbar ist die Funktion ab sofort für Pro- und Max-Abonnenten.
Arcway verwandelt Baupläne in begehbare virtuelle Häuser
Arcway hat Bridge gelauncht, eine KI-Engine, die Bauzeichnungen in begehbare virtuelle Häuser übersetzt. Hausbauer laden ihre Pläne hoch und erhalten interaktive Visualisierungen, durch die Käufer laufen können, bevor der erste Stein gesetzt ist. Dabei rechnet das System nicht nur ein statisches Modell: Verschiedene Layouts, Ausstattungsoptionen und strukturelle Änderungen lassen sich direkt durchspielen. Aus einem zweidimensionalen Versprechen auf Papier wird ein Raum, den man wie bei einer Probefahrt erleben kann. Für die Baubranche heißt das: Der Verkauf beginnt nicht mehr am Reißbrett, sondern im fertigen Haus, das physisch noch gar nicht existiert.
DeepMind prognostiziert bei Palmeiras Spielzüge acht Sekunden im Voraus
Google DeepMind macht Palmeiras zum ersten Fußballklub, der TacticAI in die eigene Spielanalyse integriert. Das System simuliert Spielszenarien und prognostiziert die Dynamik im offenen Spiel bis zu acht Sekunden im Voraus. Ursprünglich entstand TacticAI mit dem FC Liverpool für die Analyse von Eckbällen, jetzt skaliert die Technologie auf das gesamte Spielgeschehen. Taktik wird damit zur Rechenaufgabe: Wer die nächsten Sekunden simulieren kann, trainiert gegen die Zukunft statt gegen die Vergangenheit.
Mistral bringt offene Modelle mit Forge ins Enterprise
Im NVIDIA AI Podcast erklärt Mistral-Mitgründer und CTO Timothée Lacroix, wie offene Modelle den Sprung ins Enterprise schaffen. Drei Themen stechen heraus: die Open-Model-Philosophie der Europäer, das hauseigene Customization-Framework Forge, mit dem Unternehmen Modelle auf ihre eigenen Daten zuschneiden, und die Zusammenarbeit mit NVIDIA in der Nemotron Coalition. Europas wichtigstes KI-Labor positioniert sich damit als Gegenentwurf zu den geschlossenen API-Imperien aus den USA.
Neuer Report kartiert den Übergang von AGI zu Superintelligenz
Ein neuer Report kartiert den Sprung von menschlicher KI-Intelligenz zur Superintelligenz. Die zentrale These: Dieser Übergang erfolgt nicht abrupt, sondern als kontinuierliche Beschleunigung durch kaskadierende Durchbrüche in Wissenschaft und Technologie. Jede Verbesserung an KI-Systemen treibt die nächste an, eine selbstverstärkende Schleife ohne natürlichen Bremspunkt. Gesellschaft, Wirtschaft und Institutionen müssten sich entsprechend auf eine Abfolge transformativer Veränderungen vorbereiten, die in Geschwindigkeit und Tiefe alles bisher Dagewesene übertreffen.
Chart des Tages: 85 Prozent der Luxus-Kunden kaufen mit KI
85 Prozent der Luxus-Konsumenten nutzen inzwischen KI-Assistenten für ihre Kaufentscheidungen, 52 Prozent sogar häufig. Und die Tools überzeugen: 83 Prozent berichten von hoher oder sehr hoher Zufriedenheit. Ausgerechnet das Segment, das wie kein anderes von persönlicher Beratung lebt, lässt sich beim Kauf von KI begleiten. Für Marken heißt das: Wie KI-Assistenten ihre Produkte darstellen, entscheidet mit über den Verkauf. Wer dort falsch oder gar nicht auftaucht, verliert Kunden schon vor dem ersten Kontakt.
Zum Schluss: Roboter im Alltag und ein Terminal mit eigenem schwarzen Loch
Sunday Robotics hat Memo vorgestellt, einen Heimassistenten, der Haushaltsaufgaben per Imitation lernt. Ein spezieller Datenhandschuh zeichnet menschliche Bewegungen auf, Memo übersetzt sie in eigenständige Fähigkeiten: den Geschirrspüler befüllen, den Tisch abräumen, die Wäsche falten. Der Körper fährt teleskopisch aus, vom Boden bis zum obersten Regal. Menschen und Haustiere erkennt der Roboter als Hindernisse. Statt jede Aufgabe einzeln zu programmieren, lernt das System also, indem ein Mensch sie ihm vormacht.
In ROBA Studio absolviert Boston Dynamics Spot Kniebeuge und Sprung vollständig prompt-gesteuert. Dahinter steckt eine Art Skill-Fabrik: Ein Prompt erzeugt eine Aktion, eine Aktion wird zur Skill-Vorlage, eine Vorlage wird zur wiederverwendbaren Infrastruktur. Simulator-Training, Versionierung und Deployment laufen über einen Marketplace. Der Vierbeiner führt damit Bewegungen aus, die niemand mehr von Hand einprogrammieren muss: robotische Fähigkeiten, die sich wie Software verteilen lassen.
Zum Abschluss eine Spielerei mit physikalischem Hintersinn: Ein Entwickler hat für den Terminal-Emulator Ghostty einen Shader gebaut, der ein kleines schwarzes Loch in das Terminal setzt. Es driftet über den Bildschirm und krümmt den Text per Gravitationslinse, wie echtes Licht an einer Raumzeit-Singularität. Je länger man ohne Pause durcharbeitet, desto größer wird es, bis es den Code praktisch verschluckt und zum Aufstehen zwingt. Macht man eine Pause, schrumpft es leise wieder weg. Selbstdisziplin als Physiksimulation.
Tool-Empfehlung: CorporateLLM
CorporateLLM ist eine DSGVO-konforme Unternehmens-KI-Plattform, die OpenRouter, Ollama oder jeden OpenAI-kompatiblen Provider in unter einer Minute anbindet und sicher mit dem eigenen Wissen chatten lässt, ab sofort im Free-Plan. Für alle in der KI-Bubble, die lokale oder eigene Modelle nicht nur ausprobieren, sondern mit ihren Unternehmensdaten produktiv nutzen wollen, ist das ein naheliegender Werkzeugkasten-Eintrag. Mehr Infos: corporatellm.de.




