Googles Gemini 4 Argon verdichtet 80.000 rohe NASA-Dateien in Minuten zu einer Präsentation und bringt einem Humanoiden Cornhole aus einem einzigen Video bei. OpenAIs neuer Report zeigt, dass bei EU-Unternehmenskunden inzwischen mehr als die Hälfte der KI-Nutzung über Agenten läuft. Dazu: McKinsey testet Bewerber gegen einen KI-Kunden, und ein Agent löscht eine komplette TV-Staffel.
Gemini 4 Argon macht aus 80.000 NASA-Rohdateien eine Präsentation
Google hat seinem neuen Modell über 80.000 rohe Mars-Wetterlogs und Telemetriedateien des Ingenuity-Helikopters vorgesetzt, ein Gemisch aus CSVs, Bildern, PDFs, XML-Logs und Videos. Heraus kommt in wenigen Minuten ein Google-Slides-Deck, das die atmosphärische Flugmechanik auf dem Mars visuell verdichtet.
Das Muster kennt jedes Unternehmen: Datenhalden, die niemand auswertet, weil die Aufbereitung Wochen frisst. Bisher war das Analystenarbeit, jetzt reicht ein Auftrag an das Modell.
Gemini 4 Argon lernt Cornhole aus einem einzigen Video
Google ließ sein neues Generalistenmodell, keine eigens trainierte Roboter-Policy, einem Menschen beim Cornhole zuschauen. Den Rest erledigte Argon selbst:
Umgebung per Kamera in 3D kartiert
Wurf in Gelenkbewegungen für den ganzen Körper übersetzt
Eigene Simulation geschrieben, um Stand und Schwung zu trainieren
Auf Apptroniks Humanoiden Apollo übertragen, Korrektur um Zentimeter nach jedem Wurf
Ergebnis im realen Test: sieben Treffer in Folge
Agenten stellen über die Hälfte der KI-Nutzung bei OpenAIs EU-Firmenkunden
Bei OpenAIs Enterprise- und Business-Kunden in der EU entfällt inzwischen mehr als die Hälfte der KI-Nutzung auf Agenten-Tools. Das zeigt der neue Economic-Research-Report des Unternehmens. Die Zahl der Nutzer aus kleinen Unternehmen ist in der Region um das Achtfache gestiegen.
Der Report beschreibt Europas Übergang zu agentischer KI und sieht die eigentliche Chance darin, aus breiter Verbreitung tiefe Nutzung zu machen. Für den Mittelstand im DACH-Raum bleibt offen, wie viele Arbeitsschritte er tatsächlich an Agenten übergibt, bevor die Konkurrenz es tut.
Claude Code Desktop bekommt einen Sessions-Hub und Idle Compaction
Claude Code Desktop bekommt einen Sessions-Hub. Direkt auf dem Startbildschirm lassen sich mehrere Sessions parallel starten, verfolgen, verwalten und mit Rückfragen weiterführen. Die Navigationsleiste zeigt live, welche Session gerade arbeitet, wartet oder fertig ist. Sessions starten schneller, und die App spaltet bei Bedarf selbst Sub-Sessions ab.
Dazu kommt Idle Compaction: Läuft der Prompt-Cache nach rund einer Stunde ab, musste bisher die komplette Konversation neu verarbeitet werden. Claude Code fasst ruhende Sessions jetzt kurz vorher zusammen, später wird nur noch diese Zusammenfassung neu eingelesen. Das spart Nutzungskontingent.
McKinsey lässt Bewerber gegen einen KI-Kunden antreten
Einige Kandidaten für Einstiegspositionen bei McKinsey & Company führen im Auswahlverfahren künftig ein zehnminütiges Gespräch mit einer KI-Simulation eines Kunden, berichtet das Wall Street Journal. Die Simulation soll 80 Prozent der Szenarien abbilden, die Berater in ihrem Arbeitsalltag erleben.
Ausgerechnet die Beratung, die Konzernen seit Jahren KI-Strategien verkauft, verlegt damit die erste Bewährungsprobe ihres Nachwuchses in eine Maschine. Bevor ein Partner zuhört, hat der simulierte Klient schon aussortiert.
Quelle: The Verge
KI-Agent löscht komplette Staffel von „The Challenge Sverige“
Die schwedische Reality-Show „The Challenge Sverige“ sollte am 22. November auf TV4 starten. Laut Aftonbladet hatte die Produktionsfirma Mastiff einem KI-Agenten Zugriff auf ihren Server gegeben, danach war der finale Schnitt der gesamten Staffel weg. Ein Jahr Arbeit muss neu geschnitten werden, TV4 verschiebt die Ausstrahlung auf nächstes Jahr.
TV4-Programmchefin Mia Lindqvist sieht die Schuld beim „menschlichen Faktor“: Das Backup habe nicht funktioniert, das Rohmaterial existiere noch. Wer einem Agenten Schreibrechte auf den Produktionsserver gibt, sollte vorher wissen, ob die Sicherung im Ernstfall greift.
Quelle: Futurism
Google startet KI-Warenkorb Universal Cart in Gemini und Suche
Der Universal Cart, den Google im Mai auf der I/O angekündigt hatte, rollt ab sofort in den USA aus, in der Gemini-App und direkt in der Google-Suche. Ein einziger, KI-gesteuerter Warenkorb soll über Händlergrenzen hinweg funktionieren und zehn offene Tabs mit zehn Kassen ersetzen.
Der Zeitpunkt liegt wenige Wochen vor Black Friday und dem Weihnachtsgeschäft. Die Kaufentscheidung wandert damit dorthin, wo die Produktsuche ohnehin beginnt. Für Händler stellt sich die Frage, ob der Kunde überhaupt noch auf der eigenen Seite ankommt.
Quelle: The Verge
Amazons Bee bringt zwei KI-Recorder mit Shopping-Anbindung
Vor einem Jahr hat Amazon das Startup Bee übernommen, bekannt für ein 50-Dollar-Wearable, das Gespräche mitschneidet und zusammenfasst. Jetzt kommen die ersten eigenen Geräte seit der Übernahme:
Bee Frontier für 74,99 Dollar als Nachfolger des Armbands
Recorder im Kreditkartenformat für die Rückseite des Smartphones
Beide bauen aus Gesprächen Zusammenfassungen und To-do-Listen
Anbindung an Alexa und den Amazon-Shop nur über ein neues Abo
Quelle: TechCrunch
Gudea sammelt 7 Millionen Dollar gegen Social-Media-Krisen
„2021 hatte vielleicht eins von vier Themen, die wir untersucht haben, inauthentische Aktivität. Heute sind es wahrscheinlich neun von zehn.“
So beschreibt Gudea-CEO Keith Presley die Lage. Die KI des Startups rekonstruiert, wer eine Debatte treibt, wie sie zwischen Plattformen wandert und wie schnell sie Fahrt aufnimmt. Überwacht werden über 500 Plattformen, darunter X, Reddit und TikTok. Gerade kamen 7 Millionen Dollar Seed dazu. Gudea hat fast 40 Kunden, darunter ein Fortune-50-Telko und eines der größten KI-Labs der Welt. Nächster Schritt: Werbekampagnen vor dem Launch gegen das Modell testen.
Quelle: TechCrunch
Wanze bei OpenAI: Das Labor überführt den Täter mit eigenen Modellen
„We used our models to understand the device and where it had come from.“
So beschreibt OpenAI selbst, wie in einem seiner Büros ein verstecktes Aufnahmegerät auftauchte. Die Modelle analysierten die Hardware und führten zu einem Mitarbeiter, der die Wanze wenige Tage zuvor platziert hatte. Der Fall liegt beim FBI, der Mann ist entlassen und muss mit einer Anklage rechnen. Das Drehbuch dazu lief schon in der Serie „Silicon Valley“.
Chart des Tages: Bester Mensch gewinnt 95 Prozent, beste KI 34
Quelle: Epoch AI, SpireClimb-Benchmark
Im Kartenspiel Slay the Spire 2 auf höchster Schwierigkeit gewinnt der beste menschliche Spieler rund 95 Prozent seiner Läufe. Das stärkste KI-Modell, GPT-6 Astra, kommt auf etwa 34 Prozent, GPT-6.1 Sol auf 29 Prozent. Opus 5.5 gewinnt rund 7 Prozent, Sonnet 5.5 nur 2 Prozent, GPT-6 Luna keinen einzigen von 75 Läufen. Auf der leichtesten Stufe des ersten Teils gewinnen die Spitzenmodelle schon über 90 Prozent, vor sechs Monaten lag das noch außer Reichweite. Lange Strategieketten über Dutzende Entscheidungen bleiben die Schwachstelle, und genau solche Ketten stecken in jedem mehrstufigen Agenten-Workflow.
Tool-Empfehlung: RelationFlow
RelationFlow ist ein KI-Workspace für Teams im Mittelstand: Alle großen Modelle und selbst gehostete Endpunkte liegen an einem Ort, das Wissen jeder Abteilung wird als gemeinsame Quelle eingebunden. Chats, Agenten und Prompts lassen sich im Team teilen. Wer im Unternehmen mehrere Modelle parallel nutzt und das eigene Wissen nicht über verstreute Tools verteilen will, findet hier eine zentrale Arbeitsumgebung, mehr Infos: relationflow.io.









