Ein Agenten-Lauf mit Gemini 3.8 Flash kippt nach sauberen Git-Operationen in eine seitenlange Wortschleife und gibt danach fremden Text mit Zeitstempel vom Dezember 2024 aus. Amazon sperrt zeitgleich Metas Muse-Agenten aus dem eigenen Shop, Samsung zieht den HBM4-Ausstoß auf 250.000 Wafer pro Monat hoch. Dazu Jensen Huangs Null-Prozent-Ansage zum KI-Risiko und 250 Millionen Dollar Vergleichssumme bei Apple.
Gemini 3.8 Flash kippt mitten im Agenten-Lauf in eine Endlosschleife
Protokolliert in der Antigravity CLI 1.2.7 mit Gemini 3.8 Flash im High-Modus, Aufgabe: alle Git-Repos eines Projektordners synchronisieren und committen. Der Agent arbeitet sauber los, git status, fetch, merge-tree, Commits gruppieren. Dann kippt der Output in die seitenlange Wiederholung eines einzigen Wortes: „shame”. Danach folgt ein wildfremder Textblock samt Zeitstempel vom 7. Dezember 2024, der eine Zeitungsschlagzeile kommentiert. Auf dem Rechner existiert nichts dergleichen, das Material stammt aus dem Modell selbst. Wer Agenten mit Shell-Zugriff auf die eigenen Repos loslässt, braucht eine Antwort darauf, was passiert, wenn das Modell mitten im Lauf die Spur verliert.
Eine Antwort auf genau diese Frage kommt aus Googles GitHub-Organisation: AX, ein Kubernetes-nativer Orchestrator für Agenten-Workloads. Eine Aufgabe wird als YAML deklariert, AX packt sie in eine microVM oder einen gVisor-Container, hängt den Workspace ein und sperrt das Netz bis auf eine Egress-Allowlist aus Hosts und Ports. Versprochen sind Milliarden solcher Tasks pro Cluster. Rechte, Limits und Netzgrenzen stehen damit in der Task-Definition, der Betrieb von Agenten wandert dorthin, wo Unternehmen ihre Infrastruktur ohnehin fahren. Ein offiziell unterstütztes Google-Produkt ist AX nicht, das Substrate-Projekt darunter trägt diesen Disclaimer. Pod-Snapshots und Wiederaufnahme aus dem Arbeitsspeicher sind bereits drin.
Quelle: Agentexecutor
Amazon sperrt Metas Muse-Agenten aus dem eigenen Shop
Seit Sonntagabend sehen Muse-Nutzer beim Einkaufsversuch auf amazon.com ein Popup: Der fortgesetzte Zugriff durch einen nicht autorisierten KI-Agenten verstoße gegen Amazons Nutzungsbedingungen. Die Begründung ist dreiteilig: Meta habe den Zugriff nie angekündigt, der Agent weise sich beim Browsen nicht als Agent aus, und er erfasse offenbar Kundenzugangsdaten.
Pikant wird es durch die Geschäftslage dahinter. Amazon-Produkte sind seit 2023 in Facebook und Instagram kaufbar, Meta fährt seit April per Milliardendeal agentische Workloads auf Amazons Cloud. Gegen Perplexitys Comet klagt Amazon bereits, Agenten von Google und OpenAI sind ausgesperrt.
Quelle: The Verge
Samsung verdoppelt den HBM4-Ausstoß auf 250.000 Wafer pro Monat
Der Speicher ist der Flaschenhals jedes KI-Beschleunigers, und Samsung zieht die Kapazität für 2027 massiv hoch.
Ausstoß steigt von rund 180.000 auf 250.000 Wafer im Monat.
HBM4 und HBM4E wachsen von 40 auf 80 Prozent der Produktion.
Glasträger für hohe Stapel: von 20.000 auf 50.000 Platten monatlich.
Massenfertigung von HBM4 läuft seit Februar, 12-Lagen-Muster von HBM4E gingen im Mai an Kunden, darunter Nvidia.
Ob sich der GPU-Nachschub 2027 entspannt, entscheidet sich damit an der Ausbeute im Stapelprozess.
Quelle: En
Jensen Huang beziffert das Weltuntergangsrisiko der KI mit null Prozent
„0% chance.”
So beziffert Nvidia-Chef Jensen Huang im Interview mit CBS Sunday Morning das Risiko, dass KI das Ende der Menschheit bedeutet. Die Aussage fällt in eine Woche, in der die Rufe nach einem Tempolimit für KI lauter werden, aus der Politik, aus der Forschung und aus Teilen der Branche selbst. Huang stellt sich damit gegen Leute, die seit Jahrzehnten an KI-Sicherheit forschen. Und er führt das Unternehmen, das am ungebremsten Ausbau am meisten verdient: Jeder Monat ohne Bremse ist ein Monat mit Rekordnachfrage nach Nvidia-Beschleunigern.
Quelle: The Verge
Was ein nicht gehaltenes KI-Versprechen kostet, rechnet Apple gerade vor. Zum Start des iPhone 16 bewarb der Konzern eine Siri, die persönlichen Kontext versteht und Apps selbst bedient. Geliefert wurde sie nicht rechtzeitig, seit heute können US-Käufer Geld aus dem Vergleichsfonds beantragen.
250 Millionen Dollar Vergleichssumme, ohne Schuldeingeständnis.
25 Dollar je Gerät, gedeckelt bei 95 Dollar.
Gültig für iPhone 15 Pro, Pro Max und alle 16er, gekauft zwischen 10. Juni 2024 und 29. März 2025.
Anträge laufen bis zum 21. Dezember 2026.
Quelle: The Verge
Fast die Hälfte des menschlichen Genoms besteht aus springender DNA
Transposons galten lange als genetischer Schrott: DNA-Schnipsel, die sich selbst kopieren und im Erbgut umherspringen. Knapp die Hälfte des menschlichen Genoms besteht aus ihnen, 8 Prozent sind virale Geister, Reste echter Retroviren im Erbgut. Augen, Plazenta und Immunsystem gehen auf domestizierte Springer zurück. Barbara McClintock beschrieb sie 1944, den Nobelpreis bekam sie 1983. Eine Analyse von 2020 fand fast 1.000 unabhängige Horizontaltransfers in 307 Wirbeltier-Genomen: Erbgut springt dort quer zwischen Arten. Ob daraus steuerbare Werkzeuge werden, entscheidet die Präzision.
Quelle: Quantamagazine
Aus der Klinik kommt eine zweite Zahl: Alkermes hat Phase-1-Daten zu ALKS 7290 vorgelegt, einem Orexin-Agonisten. Die Klasse wurde für seltene Schlafstörungen entwickelt und weckt das Gehirn über das Orexin-System; klassische Stimulanzien setzen am Dopamin an. Der Median-Ausgangswert lag bei 39 Punkten auf der Adult ADHD Investigator Symptom Rating Scale, also mittelschwer bis schwer. In der 50-Milligramm-Gruppe fiel er um 19 Punkte, in den Bereich milder Symptomatik. Alkermes nennt die Substanz gut verträglich mit einem Wirksamkeitssignal. Phase 1 bleibt eine kleine, frühe Studie.
Quelle: Statnews
Tool-Empfehlung: RelationFlow
RelationFlow ist ein KI-Workspace für Teams im Mittelstand, der alle großen Modelle und selbst gehostete Endpunkte an einem Ort bündelt. Das Wissen jeder Abteilung wird als gemeinsame Quelle eingebunden, Chats, Agenten und Prompts lassen sich im Team teilen. Wer heute mit fünf Einzelabos und verstreuten Prompt-Sammlungen arbeitet, bekommt damit einen Ort für Modelle und Firmenwissen, mehr Infos: relationflow.io.









