Der Modell-Lock-in bröckelt: Kimi zieht in Copilot ein
Kimi K2.7 als erstes offenes Modell im Copilot-Picker; Sprach-Agenten ab fünf Cent pro Minute; dm-Chef Werner erwartet Netto-Jobverluste durch KI
Das erste quelloffene Modell taucht im Auswahlmenü von GitHub Copilot auf, und parallel bekommt GLM-5.2 seine eigene Agenten-Harness. Dazu öffnet xAI einen Baukasten für Sprach-Agenten ab fünf Cent pro Minute, und dm-Chef Christoph Werner sagt offen, dass KI netto Jobs vernichtet. Ein Tag, an dem sich das Kräfteverhältnis zwischen offenen und geschlossenen Modellen sichtbar verschiebt.
Kimi K2.7 wird das erste offene Modell im Copilot-Picker
Kimi K2.7 Code ist ab sofort generell in GitHub Copilot verfügbar, als erstes Open-Weight-Modell, das sich direkt im Modell-Picker auswählen lässt. Bisher standen dort ausschließlich geschlossene Frontier-Modelle. Für Unternehmen bedeutet das mehr Auswahl, Preisdruck von unten und die Option, ein offenes Modell in den eigenen Entwickleralltag zu holen, ohne das Werkzeug zu wechseln. Der Damm, der proprietäre Modelle vom größten Entwickler-Frontend der Welt trennte, hat damit seinen ersten sichtbaren Riss.
Quelle: Github
Passend dazu stellt z.ai mit ZCode die offizielle Coding-Harness für das offene Modell GLM-5.2 vor. Das System plant, schreibt Code, reviewt und deployt in einem Multi-Agenten-Workflow und dockt direkt an bestehende Tools an. Das Muster wiederholt sich: Ein offenes Modell kommt nicht mehr als nackte Gewichtsdatei, sondern mit fertigem Agenten-Layer, genau dem Terrain, das bislang Claude Code und Codex besetzt hielten. Wer offene Modelle wegen unreifer Tooling bisher ignoriert hat, verliert gerade sein letztes Argument.
Quelle: Zcode
Sprach-Agenten gibt es jetzt ab fünf Cent pro Minute
xAI öffnet den Voice Agent Builder, eine No-Code-Plattform, auf der sich menschlich klingende Telefon-Agenten in unter zwei Minuten zusammenklicken lassen, angetrieben von Grok Voice. Der Preis liegt bei fünf Cent pro Minute, die Latenz unter einer Sekunde, unterstützt werden über 25 Sprachen, dazu Platz eins auf dem Tau Voice Leaderboard. Eine kostenlose Rufnummer ist dabei, eigene lassen sich anbinden. Was früher ein komplettes Callcenter-Setup verlangte, wandert damit in ein Formularfeld: Kundenservice, Vertrieb und Terminannahme kann sich künftig jede Firma selbst bauen.
Google bringt Gemini Spark in die Gemini-App für macOS und rüstet den 24/7-Agenten deutlich auf. Neu ist die Unterstützung für eigene Model-Context-Protocol-Server, sodass sich der Assistent an die eigenen Tools andocken lässt. Dazu kommen Integrationen mit Canva, Dropbox, Instacart, OpenTable und Zillow sowie eine Anbindung an Google Tasks und Keep, die lose Notizen direkt in Aufgaben verwandelt. Der Agent verfolgt Sport, Aktienkurse und News in Echtzeit. Aus dem Chatfenster wird ein System, das im Hintergrund an den eigenen Daten und Diensten weiterarbeitet.
Ein Milliardär wettet 30 Millionen Dollar gegen Microsoft Office
Bhavin Turakhia steckt 30 Millionen Dollar aus dem eigenen Vermögen in Neo, eine KI-native Alternative zu Microsoft Office und Google Workspace, bereits sein fünftes Unternehmen im Bereich Business-Software. Die Idee ist nicht, KI an bestehende Bürowerkzeuge anzuflanschen, sondern die gesamte Suite von Grund auf um KI herum zu bauen. Dokumente, Tabellen und Mail werden zur Oberfläche für Agenten statt für manuelle Klickarbeit. Dass ein erfahrener Gründer diesen Betrag privat riskiert, zeigt, wo die eigentliche Kampfzone liegt: nicht bei den Modellen, sondern bei der Software, die Millionen Menschen täglich öffnen.
Quelle: TechCrunch
Wer eine Meta-Smart-Glass kauft, besitzt künftig nur noch das Gestell. Der KI-Assistent, die Live-Übersetzung und die fortgeschrittene visuelle Erkennung wandern hinter ein monatliches Abo, das Meta erweiterten Zugang nennt. Faktisch markiert es den Moment, in dem Hardware zum bloßen Träger wird und die gesamte Marge in der KI-Schicht liegt: Das Gerät kostet einmalig, die Intelligenz kostet dauerhaft. Für Unternehmen ist das eine Blaupause: Der Chip im Regal ist billig, das Modell dahinter ist das Geschäft.
Quelle: Wired
dm-Chef Werner: KI vernichtet netto mehr Jobs, als sie schafft
Christoph Werner führt über 2.100 dm-Märkte und fast 100.000 Mitarbeiter, seine Ansage im Gespräch ist unbequem: KI vernichtet netto Arbeitsplätze, und die Lösungen dafür brauche es jetzt, nicht 2040. Entscheidend ist für ihn die Haltung dahinter. Auf die Frage, ob KI die Belegschaft halbiere, denke Sam Altman lieber darüber nach, ob er die Mitarbeiter verdoppeln und den Output vervielfachen könne. Werners Fazit: Das unterscheide den Unternehmer vom Kostenoptimierer. Und Deutschland überlege zuerst, was schiefgehen könnte, während die Amerikaner chancenorientiert handelten.
Die Bundesregierung will die telefonische Krankschreibung abschaffen und ein ärztliches Attest ab dem ersten Krankheitstag verlangen, begründet mit hohen Fehlzeiten als Wettbewerbsnachteil. Interessant ist, worüber hier gestritten wird. Während Deutschland an der Krankmeldung schraubt, lösen andere Länder dasselbe Produktivitätsproblem an der Wurzel, mit KI und Automatisierung. Ein Attest ab Tag eins holt vielleicht ein paar Prozent Anwesenheit zurück, ein konsequent KI-gestützter Betrieb hebt die Produktivität um ein Vielfaches, unabhängig davon, wer gerade krank ist.
Die Schweiz macht den Weg für neue Atomkraftwerke frei
Der Nationalrat hat das seit 2017 geltende Neubauverbot für Atomkraftwerke aufgehoben und folgt damit Regierung und Ständerat. Die Rückweisung scheiterte mit 100 zu 98 Stimmen, knapper geht es kaum. Rund 30 Prozent des Schweizer Stroms stammen aus Kernkraft, als Standorte für neue Reaktoren sind Leibstadt und Beznau nahe der deutschen Grenze im Gespräch. Der offizielle Auslöser heißt Versorgungssicherheit, der eigentliche Treiber ist der Strombedarf einer Wirtschaft, die gerade in Rechenzentren und Compute umzieht. Greenpeace und die Energiestiftung kündigen bereits ein Referendum an, entschieden ist also noch nichts.
Quelle: Swr
Weave Robotics nimmt Vorbestellungen für Isaac 1 entgegen, einen mobilen Heimroboter, entworfen und montiert in San Francisco, Auslieferung ab Herbst 2026. Das Kernversprechen heißt Laundry Flow: Der Roboter findet herumliegende Wäsche, hebt volle Wäschekörbe an und faltet, statt nur zu sortieren. Die 7.999 Dollar klingen nach Spielzeug für Early Adopters, sind aber die erste ernstzunehmende Preismarke, an der sich ein Massenmarkt orientieren wird. Die Frage ist nicht mehr, ob der Haushaltsroboter kommt, sondern wer die Norm setzt, bevor die Preise fallen.
Quelle: Weaverobotics
Tool-Empfehlung: Voicely
Voicely ist eine DSGVO-konforme Diktiersoftware mit KI-gestützter Spracherkennung, die in jeder App läuft. Wer viel schreibt, kann damit laut Anbieter rund fünfmal schneller tippen, weil das Sprechen die Tastatur ersetzt. Ein praktischer Werkzeugkasten-Eintrag für alle in der KI-Bubble, die ihren eigenen Schreiballtag nicht nur diskutieren, sondern tatsächlich beschleunigen wollen: voicely.de.








