Ein internes Anthropic-Modell hat in unter 30 Minuten geklärt, woher die Seeds der NIST-Kurven P-256 und P-384 stammen, ein Rätsel aus dem Jahr 2000. Parallel legt DeepSeek ein offenes Flash-Modell mit deutlich besseren Coding-Werten nach, und Replit-CEO Amjad Masad verkündet den Abschied von Claude.
Claude löst ein 26 Jahre altes Krypto-Rätsel in unter 30 Minuten
Seit 2000 stehen die Seeds der NIST-Kurven P-256, P-384 und weiterer Kurven in der Norm FIPS 186-2, ohne jede Herkunftsangabe. Jahrzehntelang hielt sich das Gerücht, die NSA habe eine Scherz-Passphrase gehasht. Ein internes Anthropic-Forschungsmodell hat die Frage jetzt in unter einer halben Stunde beantwortet: Die Seeds stammen aus lrand48, einem schwachen Zufallsgenerator aus C-Bibliotheken der 90er, gefüttert mit Unix-Zeitstempeln von Mai 1997 bis April 1998.
P-256 ist Kandidat 1842 eines Laufs vom 16. August 1997, 01:52:34 Uhr. Eine Schwachstelle folgt daraus ausdrücklich nicht, die Kurven bleiben sicher. Das ausgelobte Kopfgeld von 36.864 Dollar geht an die Internet Security Research Group.
Quelle: Anthropic
DeepSeek V4.1 Flash 1017 springt bei Terminal-Bench um elf Punkte
DeepSeek nennt den neuen Snapshot seines Flash-Modells offiziell ein „Minor Update“. Die Benchmarks zeigen einen deutlich größeren Schritt, dazu erledigt das Modell Aufgaben schneller und mit kürzeren Antworten, was die Kosten pro Task drückt.
Terminal-Bench 4.0 steigt von 31,2 auf 42,3
ProgramBench klettert von 20,3 auf 29,1
Humanity’s Last Exam ohne Tools: von 36,8 auf 42,6
Kontextfenster von 1 Mio. Token
Gewichte unter MIT-Lizenz auf Hugging Face, API-Name „deepseek-flash“
Quelle: Hugging Face
Black Forest Labs öffnet FLUX 3 Image Klein mit 5,6 Milliarden Parametern
Das Freiburger Bild-Labor veröffentlicht eine kompakte Open-Weights-Version seines Flaggschiffs. FLUX 3 Image Klein erzeugt Bilder aus Text, bearbeitet bestehende Motive und kombiniert bis zu 10 Referenzbilder. Vom großen FLUX 3 übernimmt es native 4K-Generierung, pixelgenaue Edits und Bounding Boxes, die festlegen, wo Elemente landen oder auf welchen Bereich eine Bearbeitung begrenzt bleibt.
Trainiert wurde das Modell auf Bild, Video und Audio zugleich: Video liefert Bewegung und Physik, Audio Signale über Ereignisse und Interaktionen. Zum Release gehören ein Basismodell fürs Fine-Tuning, ein step-distilliertes Modell für niedrige Latenz sowie FP8-, INT8- und NVFP4-Builds.
Quelle: Bfl
Cursor Cloud Agents bauen jetzt interaktive Dashboards nebenbei
Cursor erweitert seine Cloud Agents um interaktive Canvases. Während der Agent im Hintergrund an einer Aufgabe arbeitet, lässt sich parallel ein Dashboard oder Report anfordern, den er als bedienbare Oberfläche baut. Statusberichte, Metrik-Übersichten und Analysen entstehen damit im selben Lauf wie der Code, der fertige Canvas lässt sich anschließend als Link mit dem Team teilen.
Replit-CEO verkündet den Abschied von Anthropic
„Es war eine Entscheidung auf Basis von Kosten, Partnerschaft und Performance.“
So begründete Replit-CEO Amjad Masad auf der TechCrunch Disrupt den Wechsel weg von Claude, ChatGPT sei inzwischen besser. Insider widersprechen, die Partnerschaft bestehe weiter. Noch Ende September nannte Replit Claude Fable 5 und 5.1 als Produktivmodelle seines Agents, seit August arbeitet die Firma zusätzlich mit OpenAI. Mehr als die Hälfte des Umsatzes ist inzwischen B2B, der Enterprise-Anteil stieg von 2 auf 15 Prozent.
Quelle: TechCrunch
Immer mehr Websites sperren KI-Agenten von OpenAI, Meta und Google aus
OpenAI, Meta, Google und weitere Anbieter verkaufen ihre Agenten als persönliche Assistenten, die im Netz Tische reservieren, das Postfach aufräumen oder Schuhe kaufen. Genau dort stoßen sie an eine Wand: Immer mehr Websites sperren automatisierte Besucher aus. Das Modell könnte die Aufgabe erledigen, die Seite verweigert den Zutritt. Für Händler und Plattformen wird das zur Geschäftsentscheidung, denn ein abgewiesener Agent bestellt beim nächsten Shop.
Quelle: The Verge
Mercor: 90 Prozent der US-Arbeitszeit misst kein KI-Benchmark
Mercor hat alle 923 Berufe der US-Berufsdatenbank O*NET gegen öffentliche und agentische KI-Benchmarks gelegt. Das Ergebnis zeigt, wie dünn die Messbasis für Aussagen über KI und Arbeit ist.
923 Berufe in 22 Jobfamilien untersucht
Nur 208 Berufe mit einer Tätigkeit, die mindestens fünf Benchmark-Prompts abdecken
Sechs der 22 Jobfamilien fehlen in den Benchmarks komplett
Rund 90 Prozent der US-Arbeitsstunden prüft kein Benchmark sauber
Quelle: Mercor
Anthropic zeigt, was Nutzer mit Claude Opus 5.5 bauen
Ein Prototyp zur Waldbrandanalyse, gebaut mit Claude Opus 5.5, zeichnet nach, wie sich ein Feuer über die Zeit ausbreitet, und verfolgt die Hotspots einzeln auf der Karte. Der Clip ist eines von sechs Projekten der letzten Wochen, die Anthropic gesammelt hervorhebt, von Physik-Simulationen bis zur handgeschriebenen Schriftart aus 120 Notizbuchseiten.
Aus derselben Reihe: Ein Kardiologie-Fellow hat mit Claude ein 3D-Werkzeug gebaut, mit dem Ärzte in Ausbildung lernen, Koronarangiographien zu lesen. Das Lehrmittel stammt von jemandem, der den Lernstoff täglich am Patienten braucht. Ob solche Eigenbauten in die offizielle Facharztausbildung wandern, entscheidet sich in den Kliniken.
Chart des Tages: KI-Apps setzen 1,9 Milliarden Dollar pro Quartal um
Quelle: Sensor Tower
Im ersten Quartal 2022 gaben Nutzer weltweit 9,8 Millionen Dollar für generative KI-Apps aus. Vier Jahre später sind es rund 1,9 Milliarden Dollar in einem einzigen Quartal, fast das 200-Fache. Nordamerika liegt mit 730 Millionen Dollar vorn, Europa folgt mit 521 Millionen, zusammen stehen beide für zwei Drittel des Umsatzes. Asien kommt auf 330 Millionen, Afrika auf 17 Millionen. Gezählt sind In-App-Käufe und Abos über iOS und Google Play, Werbeerlöse fehlen.
Teslas neuer Roadster hebt beim Reveal mit Kaltgas-Düsen ab
Nach mehreren Verschiebungen hat Tesla den neuen Roadster am 15. Oktober auf dem SpaceX-Testgelände in McGregor, Texas, gezeigt. Das Auto jagt eine gekrümmte Rampe hinauf, hängt kopfüber daran, springt ab, dreht sich in der Luft und schwebt langsam zu Boden, möglich gemacht durch Kaltgas-Düsen aus dem SpaceX-Baukasten. Die fliegende Variante heißt „Rocket“, ist einsitzig und nicht für öffentliche Straßen zugelassen. Einen Preis gab es nicht, Produktionsstart laut Musk: 2028.
Auf dem Fahrersitz saß beim Sprung über die Rampe ein Optimus, der nach der Landung im Cockpit in Jubel ausbrach. Gefahren hat der Humanoid allerdings nicht selbst: Laut Tesla war der Stunt vorprogrammiert.
Tool-Empfehlung: RelationFlow
RelationFlow ist ein KI-Workspace für Teams im Mittelstand, Motto: „Alle KI-Modelle. Euer Wissen. Ein Ort.“ Die Plattform bündelt alle großen Modelle und selbst gehostete Endpunkte an einem Ort, bindet das Wissen jeder Abteilung als gemeinsame Quelle ein und macht Chats, Agenten und Prompts im Team teilbar. Für Unternehmen, die mehrere Modelle parallel einsetzen wollen, ohne das Firmenwissen über Einzel-Accounts zu verstreuen, mehr Infos: relationflow.io.









