Claude entwirft Wirkstoffe: 14 von 15 Zielproteine getroffen
Claude designt Protein-Binder im Labor; Agenten übernehmen Gmail und Postfach; 500 Milliarden Dollar für KI-Compute
Claude entwirft erstmals eigenständig Wirkstoff-Bausteine, die im Labor nachgebaut werden und gegen 14 von 15 Zielproteine binden. Parallel wandern die Agenten von Anthropic, Perplexity und Cursor direkt in Postfach, Editor und Entwicklungsplattform. Und an der Wall Street wird Rechenleistung zur eigenen Anlageklasse, mobilisiert werden 500 Milliarden Dollar.
Claude entwirft Wirkstoff-Bausteine und trifft 14 von 15 Zielproteine
Der erste Schritt jeder Medikamentenentwicklung ist ein Molekül, das fest an sein Zielprotein bindet, klassisch Wochen bis Monate Expertenarbeit pro Ziel. Anthropic hat getestet, ob Claude solche Binder komplett neu entwerfen kann, de novo, ohne Vorlage. Mit einem von einem Experten geschriebenen Prompt entwarf Claude autonom Binder gegen 14 von 15 Zielen. Adaptyv Bio und Twist Bioscience bauten die Proteine unabhängig nach und testeten sie im Labor. Die Modelle verlassen damit das Chatfenster und greifen direkt in die nasse Biologie ein.
Agenten übernehmen den Posteingang
Claude klinkt sich direkt in Gmail und Google Drive ein. Auf die Bitte um eine Antwort formuliert Claude den Entwurf und verschickt ihn, der Nutzer legt fest, wann es vorher eine Freigabe braucht. Dateien in Drive lassen sich genauso verwalten. Freigeschaltet wird das über das Connectors-Menü, verfügbar in allen Bezahlplänen. Der Assistent wandert damit vom Antwortgeber zum Akteur im Posteingang: nicht mehr nur Text vorschlagen, sondern die Handlung selbst ausführen.
Anthropic schaltet Claude Cowork für alle Bezahlpläne frei, auf Mobil und im Browser. Der Agent übernimmt eine Aufgabe am Schreibtisch, rechnet im Hintergrund weiter und liefert das fertige Ergebnis aufs Handy. Für Entscheidungen fragt er per Push nach, und er greift dabei auf Dateien, Kalender, Mails, Messenger und das Web zu. Was als Desktop-Beta für den Max-Tarif begann, ist in Wochen zum durchgehenden Arbeitsmodus für jeden Kunden geworden. Der Rechner wird vom Ort der Arbeit zum bloßen Zugangspunkt.
Quelle: 9to5mac
Perplexity Computer, der agentische Assistent, ist ab sofort per E-Mail erreichbar. Man schickt, leitet weiter oder setzt computer@perplexity.com in CC einer beliebigen Konversation, und der Agent übernimmt die Aufgabe direkt aus dem Thread. Jeder Auftrag läuft als reguläre Session, sichtbar in Web und Mobile, mit demselben Audit-Trail wie jede andere Aufgabe in der App. Der Agent kommt damit dorthin, wo die Arbeit ohnehin stattfindet, statt sie in ein eigenes Werkzeug zu ziehen. Delegieren wird so simpel wie eine Mail weiterleiten.
Entwickler-Plattformen wachsen zusammen
Der KI-Editor Cursor hostet jetzt selbst Code. Origin ist eine eigene Git-Hosting-Plattform, tief in Cursor integriert: Repos aus GitHub synchronisieren und nahtlos im Editor weiterarbeiten. Erste Partner-Integrationen wie Vercel, Buildkite und Depot sind ab sofort verfügbar, weitere folgen. Technisch behandelt Cursor den Git-Storage wie eine Datenbank, ausgelegt auf Zuverlässigkeit, Performance und Skalierung bei jeder Repo-Größe. Aus dem Editor wird damit eine komplette Entwicklungsplattform, und der Abstand zwischen Coden und Deployen schrumpft auf einen einzigen Ort.
Anthropic hat /design als Research Preview freigeschaltet. Aus einer laufenden Coding-Session heraus liefert der Befehl mehrere editierbare UI-Entwürfe als Artboards, einer wird ausgewählt, angepasst und von Claude direkt implementiert. Damit fällt die klassische Übergabe zwischen Design und Entwicklung weg, der Schritt vom Entwurf zum lauffähigen Interface passiert im selben Werkzeug. Verfügbar in CLI und Desktop-App für Pro, Max, Team und Enterprise, aufgebaut auf Artifacts. Noch Preview, aber die Marschrichtung ist deutlich: Der Coding-Agent übernimmt auch die Gestaltung.
Quelle: The-decoder
Die neue Cloud-Plattform Vorflux spinnt für jede Aufgabe eine dedizierte Maschine hoch und plant, baut, testet und reviewt eigenständig, vom Plan bis zum gemergten Pull Request. Der Diff-Review läuft dabei bewusst über eine andere Modellfamilie als die, die den Code geschrieben hat. Ein Browser-Agent durchläuft den echten User-Flow und legt die Aufnahme dem Pull Request direkt bei. Jede Stufe wird ans jeweils beste Frontier-Modell geroutet, quer über Claude, GPT, Gemini und Open-Weight. Nach einer Stunde Leerlauf stoppt die Rechenzeit von selbst.
Compute wird zur Anlageklasse
Nvidia hat mit sechs der größten Kapitalgeber der Welt Vereinbarungen unterzeichnet: Apollo, BlackRock, Blackstone, Brookfield, Goldman Sachs und KKR. Gemeinsam sollen 500 Milliarden Dollar mobilisiert werden, damit spezialisierte Cloud-Anbieter, die sogenannten Neoclouds, noch mehr GPUs kaufen können. Der eigentliche Bruch liegt tiefer: Compute wird zum handelbaren Asset, GPUs werden wie Immobilien oder Anleihen finanziert und durchgereicht. Die Rechenkapazität selbst wird zum Fundament einer neuen Anlageklasse, und die Finanzwelt baut gerade die Pipes dafür.
Quelle: The Verge
Cerebras hat den CS-4 vorgestellt, eine Rack-Lösung mit Wafer-Scale-Chip, die bis zu 30-mal schnellere Inferenz liefern soll als GPU-Systeme. Jeder Wafer verdoppelt das Tempo der Vorgängergeneration, und Cerebras nennt das offen die Architektur für Frontier-KI. Während alle auf Nvidia starren, entsteht hier ein ernsthafter Angriff auf den Flaschenhals, der über die Zukunft entscheidet: Tempo und Kosten der Inferenz. Wer KI im Unternehmen skaliert, zahlt am Ende genau dafür, und dieser Markt bekommt gerade einen zweiten Pol.
Quelle: Cerebras
Der Ventilatorenspezialist ebm-papst aus Mulfingen geht für netto 4,775 Milliarden Euro an den US-Konzern Madison Air, bewertet wird das Familienunternehmen mit 5,1 Milliarden. 13.000 Beschäftigte, 2,24 Milliarden Umsatz, die Gesellschafterfamilien steigen aus. Der eigentliche Treiber steht zwischen den Zeilen: KI-Rechenzentren. ebm-papst hat sein Kühlgeschäft zuletzt massiv ausgebaut, denn jeder GPU-Cluster produziert Wärme, die irgendwohin muss. Kühlung ist der physische Flaschenhals des KI-Ausbaus, und wer diesen Engpass beherrscht, sitzt an einem der wertvollsten Chokepoints der nächsten Jahre.
Quelle: Tagesschau
Werbung im Chatbot, 460 Prozent beim Roboter-Börsengang
OpenAI schaltet Anzeigen in 31 europäischen Märkten frei, der DACH-Raum ist von Anfang an dabei, Start ist der 24. August. Betroffen sind ausschließlich die kostenlosen Free- und Go-Nutzer, und darin liegt die Logik: über 80 Prozent der mehr als eine Milliarde monatlichen Nutzer zahlen nichts. Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei. Zum Start laufen die Anzeigen ohne persönliches Profiling, die Auswahl stützt sich nur auf Gesprächsthema, grobe Region und Gerätetyp, ausgespielt an Consent gekoppelt. Der Chatbot wird zur Werbefläche, und wer sie meiden will, zahlt künftig dafür.
Quelle: OpenAI
Der chinesische Humanoiden-Hersteller Unitree ist in Shanghai an die Börse gegangen und hat dabei 6,1 Milliarden Yuan eingesammelt, rund 905 Millionen Dollar. Die Aktie schoss zeitweise auf mehr als das Siebenfache des Ausgabepreises und schloss 460 Prozent im Plus. Das ist Kapital, das mit voller Wucht in humanoide Maschinen fließt. Während im DACH-Raum noch diskutiert wird, ob Humanoide je praxisreif werden, finanziert China die nächste Fertigungswelle bereits am Aktienmarkt.
Quelle: The Information
Chart des Tages: Reddit fällt in ChatGPTs Quellen unter 1 Prozent
Quelle: Promptwatch-Analyse
Über einen Monat lag Reddits Anteil an allen Quellenangaben der ChatGPT-Suche stabil bei knapp 3,8 Prozent. Der 30-Tage-Schnitt liegt noch bei 3,15 Prozent, der 7-Tage-Schnitt nur noch bei 1,50 Prozent, ein Rückgang von 54,4 Prozent gegenüber der Vorwoche. Zwei Umstellungen kippen den Wert: am 8. August ändert die ChatGPT-Suche ihr Query-Fanout, am 14. August fällt Reddits Anteil unter 1 Prozent. Wer auf Sichtbarkeit in KI-Antworten setzt, sieht hier, wie schnell eine Plattform aus den Quellen fallen kann.
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Voicely ist eine DSGVO-konforme Diktiersoftware mit KI-gestützter Spracherkennung, die in jeder App läuft. Wer viel schreibt, tippt damit nicht mehr, sondern spricht, und schreibt laut Anbieter bis zu fünfmal schneller in jeder App. Ein nützlicher Werkzeugkasten-Eintrag für alle in der KI-Bubble, die ihren eigenen Schreiballtag tatsächlich beschleunigen wollen, mehr Infos: voicely.de.











