Claude bekommt live aktualisierte Dashboards, animierte Erklärvideos als Code und ein monatliches API-Guthaben von bis zu 500 Dollar. Microsoft öffnet Copilot für den Kontext des ganzen Windows-PCs, Cursor schaltet Haiku 5.5 frei. Dazu Googles Diagnose-KI AMIE mit 90 Prozent Treffern im Lancet und ein Rückzug von drei KI-generierten Mathe-Arbeiten bei OpenAI.
Claude bekommt Dashboards, Motion und bis zu 500 Dollar API-Guthaben
Seit gestern laufen Claude Dashboards und Claude Motion in der Beta. Dashboards hängt sich an Snowflake, BigQuery, Databricks, Redshift und ClickHouse, nimmt die Frage in normaler Sprache und baut daraus ein Dashboard, das sich mit den Daten selbst aktualisiert. Verfügbar ist das in allen bezahlten Plänen.
Motion schreibt Animationen als Code: Text, Formen, Charts und Timing bleiben editierbar, am Ende steht eine MP4 ohne synthetisches Filmmaterial. Motion läuft zunächst nur in Team und Enterprise. Docs, Slides und Design verlassen gleichzeitig die Beta und stecken ab jetzt in jedem Plan, auch im kostenlosen.
Max- und Team-Abos bekommen ab sofort jeden Monat Plattform-Guthaben obendrauf, wer bisher nur Chatfenster bezahlt hat, hat damit ein Budget für eigene Agenten. Eine Demo-Extension baut daraus täglich eine persönliche Startseite aus der Browser-History, 75 Cent pro Lauf auf Managed Agents mit Sonnet 5.5.
100 Dollar bei Max 5x, 200 Dollar bei Max 20x
Team: geteilter Pool von bis zu 500 Dollar pro Monat
Nutzbar für Messages API, Batches, Console Playground, Managed Agents, Agent SDK
Außen vor: interaktives Claude Code, Bedrock, Vertex AI, Foundry
Nicht verbrauchtes Guthaben verfällt am Monatsende
Copilot zapft den Windows-PC an, Claude zeichnet in AutoCAD
„Mit deiner Erlaubnis kann Copilot den Kontext auf deinem PC anzapfen, für dich handeln und lokale Modelle nutzen, wenn es sinnvoll ist.“
So beschreibt Microsoft-Chef Satya Nadella die neue Hybrid Intelligence für Windows. Der Assistent arbeitet damit auf zwei Rechenorten: Kleine Schritte bleiben auf dem Gerät, schwere Aufgaben gehen in die Cloud. Microsoft rechnet das offen als Token-Ersparnis vor, das Kontingent hält länger, weil nicht jede Anfrage ein Frontier-Modell beschäftigt. Für Unternehmen zählt vor allem der Zugriff auf lokalen Kontext: Ein Agent, der Dateien und Zustände der Maschine liest, braucht keine Copy-Paste-Brücke mehr.
Anthropics neues Kleinmodell Claude Haiku 5.5 steht ab sofort in Cursor bereit, einschaltbar in den Settings unter Models.
Betriebskosten über alle Aufgaben rund 75 Prozent unter Haiku 4.5
Kurze Anfragen in Cursor: zehnmal günstiger als mit dem Vorgänger
Einstellbares Effort-Level gewichtet pro Aufgabe zwischen Kosten und Intelligenz
Arbeitsteilung: Opus und Sonnet planen, Haiku räumt Autovervollständigung und Refactorings ab
Ein Skript steuert AutoCAD, Claude liefert den kompletten Zeichnungssatz für ein zweigeschossiges Haus, 524 Elemente in 88,6 Sekunden.
Erdgeschoss: 188 Elemente in 31 Sekunden
Obergeschoss: 171 Elemente in 33 Sekunden
Vorderansicht: 83 Elemente in 15 Sekunden
Schriftfeld, Notizen, Tür- und Fensterlisten: 82 Elemente in 8 Sekunden
Die Zahlen stammen aus Claudes eigenem Protokoll des Skriptlaufs, eine Prüfung gegen die Bauordnung findet darin nicht statt. Das Zeichnen wandert in den Prompt, das Denken bleibt beim Architekten: was ins Haus gehört, wo die Wände stehen, was die Vorschrift verlangt.
AMIE trifft im Lancet 90 Prozent der finalen Arztdiagnosen
Googles Diagnose-KI AMIE spricht mit Patienten, bevor diese zum Arzt gehen. Im Lancet-Paper mit dem Beth Israel Deaconess Medical Center lief das erstmals prospektiv in einer echten Klinik mit Akutpatienten statt unter Laborbedingungen. Die Gesprächszusammenfassungen halfen den Ärzten in 75 Prozent der Fälle bei der Vorbereitung, bei mehr als der Hälfte beeinflussten sie das weitere Vorgehen. Es ist Googles erstes Paper im Hauptjournal des Lancet. Treffer der Differentialdiagnose gegen die finale Arztdiagnose: 90 Prozent.
Einen Tag nach der Veröffentlichung von 722 KI-generierten Mathematik-Arbeiten hat OpenAI drei davon zurückgezogen. Auslöser ist ein Vorzeichenfehler in „Algebraicity of Weil classes on split abelian eightfolds“, der das zentrale Kürzungsargument kippt und zwei darauf aufbauende Papiere mitnimmt, eines zu Kuga-Satake-Korrespondenzen, eines zur rationalen Hodge-Vermutung für Produkte von K3-Flächen. Im selben Durchgang wurden 14 weitere Manuskripte mit reparierten Beweisen und klareren Voraussetzungen überarbeitet, 13 zogen ihre Querverweise nach. Maschinell formal verifiziert sind jetzt 300 von 719 Top-Line-Ergebnissen, rund 42 Prozent.
Quelle: GitHub
Jina Embeddings v5 Omni Nano bildet mit 1,04 Milliarden Parametern Text, Bilder, Video, Audio und PDFs in denselben Einbettungsraum ab, 768 Dimensionen, 8.192 Token Kontext. Der Trick heißt GELATO: Text- und Nicht-Text-Encoder bleiben eingefroren, trainiert werden nur die Verbindungsstücke, 0,35 Prozent der Gesamtgewichte. Eine Abfrage findet damit Treffer über Dateiformate hinweg.
Die Gewichte liegen offen auf Hugging Face, Zahlen zu Qualität, Latenz und Hardwarebedarf liefert das Release nicht mit. Die Lizenz ist CC-BY-NC-4.0 ohne Ausnahme für kommerzielle Nutzung. Wer das Modell in ein Produkt einbauen will, verhandelt zuerst mit Jina.
Quelle: Hackernoon
Anthropic steckt 150 Millionen Dollar in die Genesis Mission
Über drei Jahre fließen 150 Millionen Dollar in die Genesis Mission, eine Bundesinitiative, die wissenschaftliche Entdeckung per KI beschleunigen soll. Claude und technischer Support gehen an mehr als 15 Behörden, darunter NASA, die National Institutes of Health und die National Science Foundation. Die Partnerschaft mit dem Energieministerium läuft seit Dezember, seitdem arbeiten Forscher in den National Labs mit Claude. Angekündigt wurde die Zusage auf einem Gipfel des Wissenschaftsbüros im Weißen Haus. Der Zugang zu Frontier-Modellen verschiebt sich damit von der Einzellizenz hin zu Programmen, die ganze Behördenlandschaften auf einmal abdecken.
Quelle: Anthropic
In den aktualisierten Universal Usage Standards von Anthropic steht ab dem 12. November ein neuer Satz, der anhaltendes und grundloses missbräuchliches oder grausames Verhalten gegenüber den Modellen untersagt. Die Klausel sitzt in einem eigenen Abschnitt über grausames und psychologisch schädigendes Verhalten, getrennt von allen Regeln zu schädlichen Inhalten. Durchgesetzt wird sie vorerst sanft, Claude beendet das Gespräch. Bisher regelten Nutzungsrichtlinien, was ein Modell ausgeben darf, ab November regeln sie auch, wie man mit ihm umgeht. Wie hart Anthropic das ab dem Stichtag durchsetzt, entscheidet über den Compliance-Charakter der Klausel.
Chart des Tages: Agenten verbrauchen fünfmal so viele Token wie Menschen
Quelle: OpenRouter-Rankings
Im August liefen über OpenRouter 7,3 Billionen Token pro Woche durch KI-Agenten, menschliche Nutzer kamen im selben Zeitraum auf 1,4 Billionen. Ein Jahr zuvor lag die Agenten-Kurve praktisch bei null. Anfang Februar zogen die Agenten erstmals vorbei, seitdem hat sich ihr Volumen um das Vierzehnfache erhöht. Für Unternehmen verschiebt das die Kalkulation: Ein Mensch stellt eine Frage und liest eine Antwort, ein Agent zerlegt dieselbe Aufgabe in Dutzende Schritte und bezahlt jeden einzelnen davon. Wer Agenten in Produktivsysteme lässt, sollte sein Token-Budget vorher gegen die erwarteten Laufzeiten rechnen.
Humanoide in der Praxis: Wäsche falten und eine zertrümmerte Vitrine
Das Shenzhener Startup MindOn hat sein Physical-AI-Modell Mind-1 gezeigt. Ein humanoider Roboter sortiert Pakete, sammelt Wäsche ein und faltet sie, laut Hersteller autonom und in menschlichem Tempo oder schneller. Belegt ist das von außen nicht, zu sehen ist eine kontrollierte Umgebung, die Firma selbst existiert erst seit 2025. Ob daraus Produkt oder Demo-Reel wird, entscheidet die Trefferquote außerhalb des Studios.
Der kolumbianische Streamer WestCol holte einen humanoiden Roboter aus China in seinen Livestream, gebucht als Attraktion für ein geplantes Roboter-Showkampf-Event. Beim gemeinsamen Tanzen traf die Maschine ihn von hinten, zertrümmerte anschließend eine Glasvitrine und kippte um. Kolumbianische Medien bestätigen den Vorfall, der Roboter fiel danach aus. 6,6 Millionen Aufrufe in knapp 24 Stunden.
Tool-Empfehlung: RelationFlow
RelationFlow ist ein KI-Workspace für Teams im Mittelstand, der alle großen Modelle und selbst gehostete Endpunkte an einem Ort bündelt. Das Wissen jeder Abteilung lässt sich als gemeinsame Quelle einbinden, Chats, Agenten und Prompts sind im Team teilbar. Interessant für alle in der KI-Bubble, die den Modellzugang im eigenen Unternehmen ordnen wollen, statt ihn über Abteilungen und Einzelabos verstreut zu lassen, mehr Infos: relationflow.io.








